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Entdeckungsreise mit Basalt, Tuff und heißem Tee PDF Drucken E-Mail
Zu einer geologischen Winterexkursion hatte kürzlich der Stöffel-Park Enspel in die herrlich verschneite Holzbachschlucht eingeladen. Obwohl manche der Teilnehmer schon des öfteren den Wanderweg genutzt hatten, sahen sie an diesem Tag doch die Natur mit etwas anderen Augen.

Nachdem die kleine Gruppe am Hofcafé Dapprich - zwischen Gemünden und Seck - gestartet war, begaben sie sich gemeinsam mit Geologin Stephanie Funk vom Stöffel-Park und Erlebnispädagoge Eberhard Klein aus Wuppertal auf eine spannende Entdeckungsreise durch eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands. Schon bald tauchten die Teilnehmer ins Erdzeitalter Tertiär ein, welches im Westerwald durch Vulkanismus geprägt war.

Wie die beiden Führer erklärten, ist seinerzeit aus dem Vulkan ein Basaltstrom geflossen, der durch den Holzbach angeschnitten wurde. Dieser Basaltstrom ist zu mächtigen Säulen erstarrt, die sowohl an den Schluchtwänden anstehen, als auch im Bachbett liegen. Tiefer Frost verursachte eine Sprengung, so dass die Steine geteilt wurden. Während des Frühjahrshochwassers in Kaltzeiten stand genügend Wasser zur Verfügung, so dass die mächtigen Steine in Bewegung kamen. Zu anderen Zeiten war der Holzbach entweder gefroren oder wasserarm. Am westlichen Ausgang der Holzbachschlucht befinden sich Tuffe. Dieses weiche Gestein hat den Holzbach unterhöhlt. Unterhalb der Tuffe ist ein blasenreicher Basalt im Bachbett zu erkennen. Interessant zu erfahren war, dass aus dem dort entstandenen bentonithaltigem Ton (Blähton) Katzenstreu gefertigt wird. Ein Abstecher zur Sonnenkanzel, einem Felssporn, der vom Hohen Hahnscheid herabzieht, wurde von den Teilnehmern für eine kleine Verschnaufpause genutzt. Bei einem Becher heißen Tees kamen verschiedene Ausflugsziele zur Sprache. Unter anderem der Kranstein (an der Kreisstraße 95 zwischen Willmenrod und Weltersburg), der in Kürze ebenfalls erkundet werden soll.

Zuvor hatte die Gruppe die schöne Aussicht über Gemünden bis hin zum Watzenhahn genossen. Mit von der Partie war unterer anderem auch Michael John aus Westerburg, der sich als Hobbymineraloge selbst bei Führungen im Bergwerk Bleialf in der Eifel engagiert. Auch Renate und Edmund Hebgen aus Bilkheim, beide aktive Mitglieder des Wanderclubs "Hui Wäller" Bad Marienberg, freuten sich über den informativen Spaziergang durch die Holzbachschlucht in netter Gesellschaft. Wie abschließend zu erfahren war, bietet der Stöffel-Park Enspel auch im Frühjahr und Sommer verschiedene Führungen an.

Infos: www.stoeffelpark.de

Westerwälder Zeitung vom Samstag, 16. Januar 2010, Seite 25.