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150 Jahre Evangelischer Kindergarten Westerburg PDF Drucken E-Mail

thumb_Kita1KleinErste „Kleinkinderverwahranstalt“  im damaligen Herzogtum Nassau
Am zweiten Wochenende im September (9. bis 12.) feiert der evangelische Kindergarten „Pfarrer Ninck“, der heute die Bezeichnung Kindertagesstätte trägt, sein 150-jähriges Bestehen. Ein guter Grund Rückblick zu halten, Historisches wieder in den Blickpunkt zu rücken und natürlich ein tolles Geburtstagsfest mit allen ehemaligen und jetzigen Kindern, deren Eltern und den Erzieherinnen zu feiern.

Festprogramm Am Donnerstag, 9. September findet um 15 Uhr in der Stadthalle in Westerburg ein öffentliches Konzert mit dem Kinderliedermacher „Der König der Kinderdisco“ Volker Rosin statt. Am Freitag, den 10. September gibt es rund um die Kindertagesstätte und das Pfarrer Ninck Haus ein Wiedersehen beim „Ehemaligen Abend“. Für die musikalische Unterhaltung konnte das „Shamrock Duo“ engagiert werden. Für eine kleine Zeitreise sorgt sicher die „Historische Ausstellung“ mit Bildern und Filmen. Hierzu sind alle Menschen, die sich der Kirchengemeinde oder der Kindertagessstätte zugehörig fühlen, herzlich eingeladen. Der Sonntag, 12. September beginnt um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Schlosskirche, zu dem sich auch Kirchenpräsident Dr. Volker Jung  angekündigt hat. Anschließend wird ein Festumzug unter Begleitung der Stadtkapelle Westerburg von der Kirche bis hinab zur Kindertagesstätte stattfinden. Auf dem Gelände der Kita und in der Danzigerstraße laden die Veranstalter zum „Tag der offenen Tür“ ein. Ein kunterbuntes Programm sorgt, wozu auch der Auftritt der Kita-Kinder mit dem Musical “Cinderella“ gehört, sorgt für Unterhaltung und Kurzweil. Historische Ausstellung Die „Kleinkinderverwahranstalt“, wie sie in den Anfangsjahren bezeichnet wurde, ist die älteste Einrichtung der Evangelischen Kirche Hessen Nassau. Mit einem Aufruf möchte das Kita-Team alle Ehemaligen, Kind und Kindeskinder Ehemaliger und alle Freunde des Evangelischen Kindergartens, um Unterstützung für eine „Historische Ausstellung“ bitten. Im Rahmen der Festlichkeiten soll eine kleine Zeitreise organisiert werden. Hierfür werden Fotos, Zeitungsartikel oder Utensilien und kleine Andenken, wie beispielsweise Kindergartentaschen aus allen Epochen, benötigt. „Wir würden uns sehr freuen, wenn viele Menschen uns ihre „Schätze“ leihweise zur Verfügung stellen“, äußerte sich Kita Leiterin Nicole Bettgenhäuser, die hierfür besondere Sorgfalt zusichert. Bei Fotos wäre ein Hinweis „Wer, Was, Wann“ hilfreich. Die „Leihgaben“, die das Kita-Team sammelt und registriert, können während der Öffnungszeiten von 7 bis 17 Uhr abgegeben werden.                                                  

Rückblick

Im Jahre 1860 gründete Pfarrer Carl Wilhelm Theodor Ninck die erste „Kleinkinderverwahranstalt“ im damaligen Herzogtum Nassau. Als junger Kaplan kam er 1858 zur Unterstützung des damaligen Pfarrers in die Gemeinde. Erfüllt von den Gedanken der Inneren Mission und dem nahezu leidenschaftlichen Willen, die Herzen der Gemeindemitglieder für Gottes Wort zu öffnen, tatkräftige Nächstenliebe auszuüben und vernünftige Lebensgrundsätze darzulegen und zu entfalten, ging er neue Wege. Gerade die noch nicht schulpflichtigen Kinder lagen ihm sehr am Herzen. Ninck verfolgte die Absicht, den Kindern die frohe Botschaft nahe zu bringen, sie vor Gefahren zu bewahren und sie überdies zu Sauberkeit, Ordnung, Verträglichkeit und Gemeinschaftssinn zu erziehen. Ein weiteres Ziel sollte die Entlastung der Mütter sein, die fast alle außer der Familien- und Hausarbeit, den Ackerbau und die Viehhaltung in ihrer Kleinlandwirt-schaft zu bewältigen hatten. So wurde von der zuständigen Schulinspektion mitgeteilt, dass die von Kaplan Ninck beantragte Gründung einer „Kleinkinderverwahranstalt“ genehmigt werde, jedoch als Privatanstalt, das heißt ohne Zuwendung kirchlicher Mittel. Noch im gleichen Jahr wurde der „Westerburger Kleinkinder-schul- und Armenverein Wilhelm-Alexander-Stift“ gegründet. Aus den Statuten des Vereins geht hervor, dass dieses Gebäude nicht nur als Kleinkinderschule, sondern auch dem Aufenthalt und der Pflege armer, alter Leute ohne Unterschied der Konfession dienen sollte. Im oberen Stock lebten die Armen und Alten, unten die Kinder, und der Hofraum und der Grasplatz wurden gemeinsam genutzt. Jeder Bürger konnte mit einem jährliche Betrag von fünfzig Pfennig Mitglied des Vereins werden. Noch im Jahr der Gründung konnten etwa zwanzig Kinder Kleinkinderschule besuchen. Betreut wurden sie von der Westerburgerin „Schwester Mathilde“ Stahl, die auf Anregung des Kaplans zuvor ein halbes Jahr lang in der Diakonissenanstalt Nonnenweier in Baden dafür ausgebildet worden war. Im Jahre 1901 wurde neben dem Gebäude in der Neustraße ein neues Haus errichtet, welches auch als Gemeindehaus diente. Etwa neunzig Kinder wurden um diese Zeit betreut. Im Jahre 1936 löste sich die ursprüngliche Stiftung auf und nannte sich nur noch „Kleinkindervorschulverein e. V.“. Dieser schloss sich der evangelischen Wohlfahrtspflege an. Von August 1941 bis Ende 1945 war der Kindergarten geschlossen. Anfang 1946 durfte eine kirchliche Schwester mit Erlaubnis der französischen Militärregierung wieder Kinder aufnehmen. 1970 zog der Kindergarten in ein neues Gebäude in der Danziger Straße um. 1996 wurde dort durch einen weiteren Anbau die Möglichkeit geschaffen, Kinder auch ganztägig zu betreuen. Heute bietet die evangelische Kindertagesstätte „Pfarrer Ninck“ in sieben Gruppen Platz für 135 Kinder. Anfang April diesen Jahres wurde eine provisorische Krippengruppe eröffnet, in der acht Kinder ab einem Alter von eineinhalb Jahren betreut werden können. In den nächsten Monaten sollen rund 300 000 Euro in die Vorzeige-Einrichtung investiert werden. Zukunftssicher und gemäß landesweitem Rechtsanspruch, können dann ab Sommer 2011 weitere Kleinstkinder aufgenommen werden.    

(Die Infos über die Historie der Kita sind der Veröffentlichung „Westerburg –  Stadt seit 1292“ entnommen)

Vorverkaufstellen für das Konzert mit Volker Rosin sind:

Die Ev. Kindertagesstätte „Pfarrer Ninck“, Danzigerstr. 7, 56457 Westerburg, Tel. 02663/8780 und die Touristinformation Westerburger Land, Winner Ufer 9, Stahlhofen. Oder Neumarkt 1, Westerburg. Tel: 02663/490-494.

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Kinder um 1900 vor dem Pfarrer-Ninck-Haus:

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