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Mit kleinen Taten Großes bewirken PDF Drucken E-Mail
thumb_Wbg.Nachbarschaft012011Bürger möchten sich in der Nachbarschaftshilfe engagieren
Auf Einladung von Westerburgs Stadtbürgermeister Ralf Seekatz fand dieser Tage der erste Informationsabend bezüglich einer geplanten Initiative zur Nachbarschaftshilfe statt. Besucherzahl und Gespräch machten deutlich, dass die Bürger auch in Westerburg und Umgebung an einer ehrenamtlichen Mitarbeit interessiert sind. Im Namen der Stadt Westerburg hieß Stadtbürgermeister Ralf Seekatz die mehr als 30 Besucher im Westerburger Ratssaal herzlich willkommen. „Die Initiative kam aus der Mitte der Bevölkerung. Der Bedarf ist da“, so Seekatz, der auf die vielfältigen Möglichkeiten der Nachbarschaftshilfe hinwies und betonte, dass damit keine Konkurrenz zu den bereits bestehenden Einrichtungen geschaffen werden soll. Vielmehr sei eine sinnvolle Vernetzung anzustreben.
In Montabaur ist bereits vor mehr als zwei Jahren eine solche Initiative entstanden. Mitinitiator und Sprecher dieser Nachbarschaftshilfe ist Runald Herbertz. Mit reichlich Erfahrung und umfangreichem Informationsmaterial im Gepäck berichtete er über die Anfänge und gab den Anwesenden einen Einblick in seine Aufgaben im Ehrenamt. Dazu gehört nicht nur der Besuch bei neuen „Kunden“, sondern auch das tägliche Abhören des Anrufbeantworters. Kurzfristige Arztbesuche oder andere dringende Angelegenheiten könnten schließlich nicht bis zur offiziellen Sprechzeit warten, die einmal in der Woche für zweieinhalb Stunden stattfindet. „Wir machen nicht, was andere machen“, berichtete Herbertz. Es handle sich um ein „niederschwelliges Angebot“, welches Spazierengehen, Besuchen und Einkaufen beinhalte und für den Kunden kostenlos sei. Die Zeit könnten sich die Mitglieder frei einteilen. Interessen, Neigungen und Wünsche würden selbstverständlich berücksichtigt.
„Das Erste was man braucht ist Hilfe“, so Herbertz. Die Arbeitsgruppe in Montabaur habe mit sieben Personen begonnen. Zurzeit zähle die Gruppe 60 Mitglieder, davon seien allerdings nur 20 aktiv. Gegenseitige Unterstützung werde großgeschrieben. Mittlerweile hätten sich zwischen den Kunden und ihren Betreuern Patenschaften entwickelt.
Empfehlenswert sei, parallel zur Datenerfassung von Kunden und Betreuern auf die Suche nach ideellen Unterstützern und Sponsoren zu gehen. Zur Sprache kamen auch Fragen wegen der Absicherung im Schadensfall (Versicherung), Fahrtkostenerstattung und Leih-Omas.
„Wir wären unterstützend bei der Initiative zur Nachbarschaftshilfe dabei“, erklärte Sybille Stuart, Dipl. Pädagogin und Pflegeberaterin Pflegestützpunkt Westerburg/Rennerod, die als zweite Referentin gewonnen werden konnte. In ihren Ausführungen berichtete sie aus ihrem beruflichen Alltag und wies auf den hohen Stellenwert der Nachbarschaftshilfe hin. „Es gibt viele verschiedene Schicksale, dazu gehören Erkrankungen und Überforderung“, so Stuart. „Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mit kleinen Tagen Großes bewirken könnten!“. 
Abschließend dankte Seekatz sowohl den beiden Referenten als auch den zahlreichen Interessenten für ihr Kommen. Das nächste Treffen der Gründergruppe soll am Dienstag, den 29. November, um 19.30 Uhr im Ratssaal stattfinden. Wer an diesem Abend verhindert ist, aber dennoch mitmachen möchte, der kann sich an die Stadt Westerburg wenden: Telefon-Nummer 02663/9680-400.
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Stadtbürgermeister Ralf Seekatz (Mitte) freute sich, dass er mit Sybille Stuart und Runald Herbertz zwei kompetente Referenten gewinnen konnte.