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Wie geht es mit dem Wiesensee weiter? PDF Drucken E-Mail
thumb_WiesenseeHfken08022012Umweltministerin Ulrike Höfken informierte sich vor Ort
Zweifelsohne ist der Wiesensee die touristische Attraktion des Westerburger Landes. Doch die zunehmende Verlandung lässt ihn zu einem „Sorgenkind“ werden“. Um dem Problem entgegenzuwirken, soll das Gewässer entschlammt werden. Die Verbandsgemeinde Westerburg als Eigentümer ist auf finanzielle Unterstützung durch das Land Rheinland-Pfalz angewiesen.

Auf Einladung von MdL Hendrik Hering (SPD) stattete Umweltministerin Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen) in der vergangenen Woche der Ortsgemeinde Stahlhofen am Wiesensee einen Besuch ab. Mit von der Partie waren unter anderem Ortsbürgermeister Günter Raspel, VG-Bürgermeister Gerhard Loos, der Präsident der Struktur- und Genehmigungsbehörde (SGD) Nord, Uwe Hüser, sowie dessen Mitarbeiter Prof. Dr. Georg Wieber und Dr. Axel Schmidt. Wie im Gespräch deutlich wurde, Somit dreht sich zunächst einmal alles um die drei Aspekte: Kosten, Nachhaltigkeit und Verfahren.
Schwierige Situation
Im Saal des Bürgerhauses konnten die Gäste - trotz frostiger Außentemperaturen - den schönen Blick über den teilweise zugefrorenen Wiesensee bei strahlendem Sonnenschein in warmer und gemütlicher Atmosphäre genießen. „Man kann bescheinigen, dass es schön aussieht“, äußerte sich Höfken. Doch bei dem Treffen ging es weniger um das herrliche Ambiente des beliebten Ausflugsziels, sondern um ein sehr ernstes Thema: die

Zukunft dieses künstlich angelegten Gewässers.
Anhand von Plänen und Bildern informierten VG-Bürgermeister Gerhard Loos, MdL Hendrik Hering und Professor Dr. Georg Wieber über die derzeitige Situation des vor rund 40 Jahren angelegten Sees und die mittlerweile notwendige Entschlammung. Als eine „komplizierte Gemengelage“ bezeichnete die Ministerin die im Laufe der vergangenen Jahre entstandene Situation am Wiesensee. Doch die erhoffte Zusage auf die Übernahme der Kosten blieb zunächst aus.

Verkleinerung des Sees ist notwendig
Überrascht äußerte sie sich über die geplante Golfplatz-Erweiterung, die bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen mit einbezieht. Zu diesem Thema habe sie in den vergangenen Wochen viele Zuschriften erhalten. Fakt sei, dass das Ministerium zunächst Kosten und Nutzen und natürlich auch das Verfahren des Vorhabens prüfen müsse. Die geschätzten Kosten für das Entschlammen des Sees bewegen sich je nachdem welche Maßnahme zum Tragen kommt zwischen 3,7 und 10 Millionen Euro. Von einem Trockenverfahren rieten die Experten ab, zumal hierfür der See über eine bestimmte Zeit trockengelegt werden müsse und die Kosten hierfür einfach zu hoch seien. Wie Professor Wieber erläuterte, kann frühestens im Jahr 2013 mit den geplanten Arbeiten begonnen werden. Der Abschluss sei für 2014 geplant. Wie bereits ermittelt wurde, müssen rund 460 000 Kubikmeter Sediment aus dem Gewässer entfernt werden. „Der See ist defacto zu groß“, betonte Wieber. Eine Verkleinerung (geplant sind 10 Hektar) werde ihm auf jeden Fall nachhaltig zu Gute kommen, so der Fachmann. Wie weiter zu erfahren war, sollen zur Zeit Probebohrungen durchgeführt werden. Diese mussten jedoch aufgrund der widrigen Witterungverhältnisse verschoben werden. Das Ergebnis der Voruntersuchungen liege in einigen Wochen vor. Eine europaweite Ausschreibung der Ingenieurleistungen werde folgen. Somit dreht sich beim Fortbestand des touristischen Highlights der Verbandsgemeinde Westerburg zunächst alles um die drei Aspekte: Kosten, Nachhaltigkeit und Verfahren.

Ausflugsziel und Naherholungsgebiet
Der Landtagsabgeordnete Ralf Seekatz (CDU) äußerte sich enttäuscht über das Ergebnis des Besuches der grünen Ministerin. Zwar sei es richtig, eine genaue Vorplanung zu betreiben, die aufgrund der enormen Kosten und der Situation der öffentlichen Haushalte unabdingbar sei. Dennoch verweist Seekatz auf die schriftliche Zusage einer 90-Prozent-Förderung, die der zuständige Staatssekretär Dr. Griese auf seine Anfrage hin erteilt habe. „Auf solche Zusagen muss man sich verlassen können“, so Seekatz. Auch wenn es unterschiedliche Auffassungen in Bezug auf den Nutzen des Golfhotels gebe, dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass dort 120 Arbeitsplätze entstanden seien, die es langfristig zu sichern gelte. Natürlich dürfe auch nicht vergessen werden, dass der Wiesensee neben der touristischen Attraktion vor allem auch Naherholungsgebiet für die Bürger der Region sein solle. Auch deshalb sei es wichtig, die Entschlammung mit vereinten Kräften anzugehen.

WiesenseeHfken08022012

Umweltministerin Ulrike Höfken (Mitte) informierte sich vor Ort über die geplante Entschlammung des Wiesensees.