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Historische Plakat-Ausstellung im Ratssaal Westerburg PDF Drucken E-Mail

thumb_Plakatausstellung1Gemeinsam mit der Stadt Westerburg lädt die Geschichtswerkstatt des Westerwaldvereins Westerburg unter dem Titel „Westerburger Plakate im Wandel der Zeit“ zu einer interessanten Ausstellung in den Ratssaal Westerburg ein. Bereits bei der Eröffnung wurden die mehr als 40 alten Plakate von den ersten Besuchern eingehend begutachtet.

Vor einigen Monaten stieß Willi Kaesberger, Vorsitzender der Geschichtswerkstatt, beim Räumen seines Speichers auf die mittlerweile historischen Plakate, die ganz in Vergessenheit geraten waren. Sie stammen aus früheren Jahrzehnten und betreffen insbesondere Ankündigungen von Veranstaltungen wie Fasching, Maskenball, Kurkonzerte, Katholikentag und weiteres mehr. Das älteste, der allesamt gut erhaltenen Plakate, stammt aus dem Jahr 1905. Hierbei handelt es sich um Werbung in eigener Sache, die sicher die „Kreisblatt-Druckerei“ ins „Rollen“ brachte. Puis Kaesberger bot hierauf Druckartikel aller Art an. Diese reichten vom Rechnungsbogen über Briefbögen und Grußkarten bis hin zum Plakatdruck. In chronologischer Reihenfolge macht nun eine Autovermietung auf sich aufmerksam. Ihr folgt das Plakat der Bekanntmachung zum Volksbegehren aus dem Jahr 1926. Schöne Erinnerungen wecken sicher die Ankündigungen vom „Kölsche Karneval en Westerburg“ im Saalbau Büchler und dem Heimatfest mit der Aufführung des Theaterstücks „Balzar von Flammersfeld“. Nach Kriegsende wurden Bekanntmachungen des Internationalen Militärgerichtshofs, Wahlvorschläge und Aufrufe an Landwirte gedruckt. Eines dieser Plakate trägt die Aufschrift „Wo bleibt die Milch?“ Erfreulicher, und interessant zu lesen, ist auch das Plakat, welches Ende der 1950er Jahre für den Sportverein Westerburg anlässlich der Einweihung des Westerwaldstadions verbunden mit dem „Größten Fußballereignisses im Oberwesterwald“ gedruckt wurde. Am 27. August 1949 spielte der TuS Neuendorf in stärkster Besetzung mit zwei Nationalspielern gegen die stärkste Kreisauswahl. Gerade für die Bürger der älteren Generationen sicher ein unvergessliches Ereignis. Ebenso wie im Jahre 1952 der „Große Reittag“ im Westerwaldstadion, dem der Reiterball mit Sommernachtsfest im Schwimmbad folgte. Das „Schlusslicht“ setzt der Westerwaldverein selbst. Sein Plakat bewirbt das 10. Heimatfest, an dem viele örtliche Vereine am 6. Oktober 1984 teilnahmen. Die meisten der insgesamt rund 100 Plakate wurden in der Druckerei von Pius Kaesberger, dem Großvater von Willi Kaesbergers, gesetzt und gedruckt.
Die Geschichte unserer Stadt
Die Idee für die Ausstellung kam von Stadtbürgermeister Ralf Seekatz, der mit der Auswahl der rund 40 Exemplare Interessenten einen speziellen Einblick in die Geschichte Westerburgs ermöglichen möchte. Vielleicht beschäftige sich auch so manche Schulklasse mit der Geschichte der Heimat und erhalte in diesen Tagen die Möglichkeit zu einer anschaulichen Unterrichtsstunde.
Seekatz lobte das Engagement der Mitglieder der Geschichtswerkstatt, verbunden mit der Hoffnung, dass die Plakate nicht verloren gehen und der Stadt erhalten bleiben.
Dieter Kaiser freute sich, über die positive Resonanz der Ausstellungseröffnung. In seiner Begrüßungsansprache ging er auf die Arbeit und Pläne der Geschichtswerkstatt ein, die er an diesem Abend als Stellvertretender Vorsitzender, vertrat. In regelmäßigen Treffen sei die Gruppe des Westerwaldvereins bestrebt, die Geschichte der Stadt Westerburg aufzuarbeiten, auszuwerten und zu dokumentieren. Interessierte seien jederzeit willkommen.
Einen überaus informativen Vortrag lieferte Burkhard Peschke, der auf die Bedeutung und Entwicklung von Plakaten einging. Wie zu erfahren war, hatte er sich mittels eines Freundes, der das einzige Plakatmuseum in Deutschland leitet, bestens auf das Thema vorbereitet. Er wies in seinen Ausführungen darauf hin, dass die Werbung so manches Mal auch missbraucht werde. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Nazi-Zeit, wovon ebenfalls Plakate gezeigt werden.
Die Ausstellung im Ratssaal kann noch bis einschließlich Mittwoch, den 12. September besucht werden. Die Öffnungszeiten sind wie folgt: werktags von 17 bis 20 Uhr, am Wochenende von 14 bis 18 Uhr.

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Stadtbürgermeister Ralf Seekatz  (2. v. li.) dankte den Mitgliedern der Geschichtswerkstatt des Westerwaldvereins Westerburg, Dieter Kaiser (von links), Rüdiger Klees, Burkhard Peschke und Willi Kaesberger, für deren Engagement rund die Aufarbeitung der Geschichte Westerburgs.