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Wahrzeichen hält weiter stand PDF Drucken E-Mail
Bedenken wegen mangelhafter Pflegemaßnahmen der Eisenbahnbrücke über das Hülsbachtal in Westerburg ausgeräumt
Die Standsicherheit der Westerburger Eisenbahnbrücke, ein Wahrzeichen der Stadt, ist gewährleistet. Dies teilte die DB Netz AG, Regionalnetz Westerwald, Stadtbürgermeister Ralf Seekatz in einem Schreiben mit. Seekatz hatte sich aufgrund einer Anfrage der WuB-Fraktion (die WZ berichtete) an die Deutsche Bahn gewandt, weil er wissen wollte, welche Unterhaltungsmaßnahmen an der Brücke anstehen oder durchzuführen sind. Nach einem vorliegenden Schreiben der DB Netz AG wird die Brücke über das Hülsbachtal im Rahmen der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht alle drei Jahre vom Anlagenverantwortlichen überprüft. Die jüngste turnusmäßige Untersuchung habe an dem Bauwerk im Jahr 2011 stattgefunden. Zum damaligen Zeitpunkt sei die Standsicherheit gewährleistet gewesen. Um sie auch weiterhin sicherzustellen, seien diverse Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt worden, so Frank Schüler, Leiter Regionalnetze Eifel-Rhein Mosel und Westerwald, der damit Bedenken der Westerburger WuB-Fraktion ausräumte, wonach der Pflegezustand des Brückenbauwerks durch mangelnde Unterhaltungsmaßnahmen möglicherweise als bedenklich einzustufen ist.
 
Um die Standsicherheit auch weiterhin gewährleisten zu können, so Schüler weiter, seien im Jahr 2011 bereits verschiedene Maßnahmen am Widerlager eins und am Pfeiler eins sowie am Gewölbe vorgenommen worden. „Am Widerlager zwei und am Pfeiler sechs (zur Bahnhofseite hin) wurden lose Teile abgeschlagen und eine Absperrung errichtet, damit keine Gefährdung für Dritte durch herabstürzende Teile besteht. Im Jahr 2011 wurde ebenfalls mit der Planung für die Instandsetzung des Widerlagers zwei (Bahnhofseite) begonnen“, informierte der DB Netz-Sprecher. Im vergangenen Jahr sei zudem zusammen mit dem Anlagenverantwortlichen und der ausführenden Firma bereits der Bauablauf der Sanierungsarbeiten geplant und abgestimmt worden. Diese sollen in diesem Jahr ausgeführt werden. Die Gesamtkosten für die genannten Maßnahmen belaufen sich auf circa 90 000 Euro.

Im Mai 1985 war die Eisenbahnbrücke unter Denkmalschutz gestellt worden. Zehn Jahre danach war in einem Gutachten in den 1990er-Jahren auf statische Probleme mit einem der gemauerten Pfeiler der fast 100 Jahre alten Brücke hingewiesen worden. Messungen hatten damals ergeben, dass die Druckfestigkeit des alten Mauerwerks für einen Schienenverkehr nicht mehr ausreiche. Daraufhin wurde die Strecke am 18. April 1995 geschlossen. Eine Sanierung der denkmalgeschützten Brücke würde immense Kosten verschlingen. Am Tag vor der Schließung befuhr der letzte Güterzug die Strecke von Westerburg nach Rennerod.

Ein Planungsingenieur hatte bereits im Jahr 2001 die Standsicherheit des Bauwerkes überprüft. „Der Stahlüberbau ist in Ordnung und die Brücke hält so, wie sie ist, noch 20 bis 30 Jahre“, schätzte der Fachmann damals.

Quelle: Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 7. März 2013, Seite 21 
Text: Michael Wenzel, Foto: Röder-Moldenauer