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Finanzielle Unterstützung für Pflegebedürftige PDF Drucken E-Mail
thumb_PflegeversicherungInfoAbend1Informationsabend gab Einblick in die Änderungen der Pflegeversicherung
Im Alter fällt es einem Menschen immer schwerer, sich zu versorgen. Er ist dann auf fremde Hilfe oder Pflege angewiesen, die oft von einem Angehörigen gegeben wird. Was viele Hilfebedürftige nicht wissen: Sie können finanzielle Unterstützung über die Pflegeversicherung  beantragen. 
Welche Möglichleiten sich für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ergeben, darüber informierte Gisela Rohmann, Pflegeexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, während eines Vortrag, der sich mit dem Thema „Was bringt die Pflegereform?“ beschäftigte. Der Einladung zum Info-Abend, der auf Initiative des Pflegestützpunktes Westerburg-Rennerod in Kooperation mit der Stadt Westerburg stattfand, waren rund 30 Interessenten in den Westerburger Ratssaal gefolgt.
Seit dem 1. Januar gibt es für an Demenz erkrankte Menschen wesentlich früher Leistungen von der Pflegekasse. Stellt der Medizinische  Dienst der  Krankenkasse (MDK) bei seinem Hausbesuch eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz - wie  zum Beispiel  eine Demenz - fest  und ist der Hilfebedarf bei der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung noch zu gering für eine Pflegestufe, zahlt die Pflegekasse Pflegegeld in Höhe von 120 Euro an den Pflegebedürftigen aus oder beteiligt sich an den Kosten für einen Pflegedienst. Desweiteren gebe es  in den Pflegestufen  eins und zwei höhere Leistungen für die ambulante Pflege, wenn eine Demenz über den MDK festgestellt wurde. „Eine neue Art der Leistungen und Flexibilisierung gibt es auch bei  den Leistungen der Pflegedienste. Der Kunde kann zwischen Modul und Zeitabrechnung  wählen“, sagte Rohmann. Auch das Verfahren der Begutachtung zur Feststellung der Pflegestufe ist seit diesem Jahr verbraucherfreundlicher und zügiger gestaltet
Muss zu Hause beispielsweise das Bad umgebaut oder ein Treppenlifter eingebaut werden, kann man einen Zuschuss der Pflegekasse in Höhe von maximal 2.557 Euro, erhalten. Eine  Einkommensprüfung falle seit diesem Jahr weg, so Rohmann.
Neu seit Januar 2013 ist auch, dass das Pflegegeld bei einer  Kurzzeit- und Verhinderungspflege zu 50 Prozent weitergezahlt wird. Bei beiden  Pflegeformen - Kurzzeit- und Verhinderungspflege – gibt es neben dem dann gekürzten Pflegegeld jährlich einen Zuschuss von 1.550 Euro.
Neue Förderungsmöglichkeiten ergeben sich darüber hinaus für Pflegebedürftige, die sich für ein Leben in einer Wohngemeinschaft für Pflegebedürftige entscheiden. Hier führte Rohmann das  Beispiel auf, wenn vier Pflegebedürftige eine Wohngemeinschaft  gründen  wollen.
Die Verbraucherzentrale von Rheinland-Pfalz bietet kostenlos Rechtsberatung zum Thema Pflege über das „Informations- und Beschwerdetelefon Pflege  und Wohnen  in Einrichtungen“ an. Sie arbeiten eng mit dem  „Pflegestützpunkt“ zusammen. Das ist eine   kostenlose und neutrale Beratungsstelle, die es in jeder Verbandsgemeinde  gibt. Die Mitarbeiter besuchen den Ratsuchenden  für eine Beratung auch zu Hause. Sie helfen beim Ausfüllen der  Anträge und  beraten rund um den Antragsweg und weitere Leistungen der Pflegeversicherung sowie andere  Sozialleistungen.
Immer wieder nutzten die Besucher die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Diese wurden teilweise auch von Sybille Stuart vom Pflegestützpunkt Westerburg-Rennerod beantwortet. Ebenso wie Stadtbürgermeister Ralf Seekatz freute sie sich, dass die Referentin für den Vortrag gewonnen werden konnte.  „Das Thema Pflege ist sehr  vielfältig. Es kommt immer auf den einzelnen Fall an“, so Stuart, die allen Pflegenden riet, sich eingehend zu informieren und beraten zu lassen.
Infos geben die Verbraucherzentrale in Mainz unter 06131/284841 und der Pflegestützpunkt  Westerburg-Rennerod, Hergenrother Straße 2, 56457 Westerburg, Telefon: 02663/917 04 33 oder 9156667.
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Stadtbürgermeister Ralf Seekatz (von rechts) und Sybille Stuart vom Pflegestützpunkt Westerburg-Rennerod freuten sich über den Besucher der Pflegeexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Gisela Rohmann.