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„RuheWald“ bietet Alternative zum Friedhof PDF Drucken E-Mail

thumb Waldfriedhof03Am Samstag, den 10. August, findet um 15 Uhr die Einsegnung statt

In direkter Nachbarschaft zum Friedhof wird es in Westerburg in Kürze einen „RuheWald“ geben. Dieser Waldfriedhof macht eine naturnahe Urnenbestattung unter Waldbäumen möglich. In Westerburg geht die Stadt in Sachen alternative Bestattungsformen neue Wege. Eine geeignete Waldfläche fand sich direkt neben dem Friedhof.

Dieser Tage machten sich Stadtbürgermeister Ralf Seekatz und die Mitglieder des Stadtrats vor Ort ein Bild über die Gegebenheiten und den Stand der Arbeiten. Betreten wird der RuheWald Westerburg über den Friedhof. Ein Rundweg mit Rindenmulch führt zu einem großes Holzkreuz aus Eiche, welches den Mittelpunkt der Anlage bildet.  Hier gäbe es auch die Möglichkeit, Blumen und Kerzen abzustellen. Zum Verweilen laden mehrere Bänke ein, die ebenfalls vom Bauhof der Stadt in Eigenleistung hergestellt wurden. „Die Materialien sind allesamt unbehandelt, ohne Lacke und Farbe. Diese Naturbelassenheit passt zum Gesamtbild, schließlich soll hier keine Parkanlage, sondern ein Bestattungsplatz in der Natur entstehen“, erläuterte Olaf Baum, Mitarbeiter des städtischen Bauhofs. Die Bestattung in einem biologisch abbaubaren Urnengefäß unter einem Baum sei sowohl für einzelne Personen als auch Familien oder andere im Leben verbundene Menschen möglich. Die namentliche Kennzeichnung erfolge durch ein kleines Schild, welches vom Bauhof an einem kleinen Eichenpfahl – auf Wunsch mit einem christlichen Symbol – unmittelbar vor dem Naturelement oder an dem jeweiligen Baum befestigt werde. Selbstverständlich sei auch eine anonyme Bestattung möglich. Für den Anfang wurden 25 Bäume ausgesucht, die in einem Kataster erfasst werden. Eine große Holztafel am Eingang soll den Besuchern eine Übersicht bieten. Je nach Umfang können mehrere Personen unter einem Baum bestattet werden. Es soll auch möglich sein, einen Baum zum Beispiel als Familienbaum (können auch im Voraus erworben werden) für die gesamte Familie zu nutzen. Erweiterungsmöglichkeiten des RuheWald-Geländes seien genügend vorhanden.

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Wie Seekatz weiter informierte, müsse auf Trauerzeremonien nicht verzichtet werden. Diese könnten sowohl auf dem Andachtsplatz vor dem Holzkreuz im RuheWald als auch in der benachbarten Friedhofshalle individuell gestaltet werden. Die Möglichkeit, in der natürlichen Umgebung des Waldes beigesetzt zu werden, ist für viele Menschen eine würdevolle Form des Abschieds. Ruhe, Harmonie und ständiger Wandel der Natur spenden Trost für Angehörige und Freunde. Wer Interesse hat, der kann sich zu Lebzeiten informieren, beraten lassen und sich mit dem Ort vertraut machen. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Grabpflege entfalle, denn die übernehme die Natur, so Seekatz. Das Gelände werde zwar nicht eingezäunt, wohl aber mit Findlingen und Bewuchs von der Straße her abgegrenzt. Bezüglich der Ruhezeiten und Gebühren sei bereits eine Satzung erarbeitet worden, informierte Seekatz. Auch die Bestattung von Bürgern aus einer anderen Region soll möglich sein. Die Stadtratsmitglieder äußerten sich positiv über den Stand der Arbeiten. Ideengeberin des Projektes ist das CDU-Stadtratsfraktionsmitglied Martina Pock. Durchweg positiv äußerten sich die Stadtratsmitglieder bezüglich der Umsetzung dieser Idee. Lob galt den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs und hier insbesondere Olaf Baum, denn die Arbeiten waren allesamt in Eigenleistung des Bauhofs durchgeführt worden. 

Die Einsegnung soll im Rahmen einer ökumenischen Andacht am Samstag, den 10. August, um 15 Uhr stattfinden. Für den musikalischen Rahmen sorgt Roman Pacholek auf der Trompete. Weitere Informationen zu dieser neuen Bestattungsmöglichkeit gibt die Verbandsgemeindeverwaltung Westerburg, Herrn Rolf Kiefer, unter der Rufnummer 02663/291-430.