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RuheWald Westerburg feierlich eingesegnet PDF Drucken E-Mail

RuhewaldWbgEinsegnung 08.2013.12Die erste Bestattung unter Bäumen fand bereits statt

Im Rahmen einer ökumenischen Andacht segneten die beiden Pfarrer Eckehardt Brand und Ralf Hufsky den RuheWald Westerburg am Samstag, den 10. August, feierlich ein. Stadtbürgermeister Ralf Seekatz freute sich, dass zahlreiche Bürger aus Westerburg und Umgebung an diesem Ereignis teilnahmen. Für den musikalischen Rahmen sorgte Roman Pacholek auf der Trompete.

Weitere Informationen zu dieser neuen Bestattungsmöglichkeit gibt die Verbandsgemeindeverwaltung Westerburg, Frau Gabi Horz, unter der Rufnummer 02663/291-450, Telefax:  02663/291-444 oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Die neue Bestattungsmöglichkeit unter Bäumen stößt allseits auf positive Resonanz. Bereits zwei Stunden nach der Einsegnung fand die erste Bestattung im RuheWald statt.

RuhewaldWbgEinsegnung 08.2013.12

„RuheWald“ bietet Alternative zum Friedhof
In Westerburg entstand ein Bestattungsplatz inmitten der Natur
In direkter Nachbarschaft zum Friedhof wird es in Westerburg (Westerwaldkreis) in Kürze einen „RuheWald“ geben. Dieser Waldfriedhof macht eine naturnahe Urnenbestattung unter Waldbäumen möglich.
Die rund 6.000 Einwohner zählende Stadt Westerburg geht in Sachen alternative Bestattungsformen neue Wege. Eine geeignete Waldfläche fand sich direkt neben dem Friedhof auf dem Hubenberg. Mit der feierlichen Einsegnung, die Mitte August diesen Jahres stattfand, ist der Platz nun für die ersten Bestattungen offiziell freigegeben.
Betreten wird der RuheWald Westerburg über den Friedhof. Ein Rundweg mit Rindenmulch führt über den Andachtsplatz hin zu einem großen Holzkreuz aus Eiche, welches den Mittelpunkt der Anlage bildet. Hier gibt es auch die Möglichkeit, Blumen und Kerzen abzustellen. Zum Verweilen laden mehrere Bänke ein. Die Materialien sind allesamt unbehandelt, ohne Lacke und Farbe. Diese Naturbelassenheit war gewünscht und passt zum Gesamtbild, schließlich sollte hier keine Parkanlage, sondern ein Bestattungsplatz in der Natur entstehen. Hergerichtet wurde der RuheWald von den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs, die auch Kreuz und Bänke in Eigenleistung hergestellt haben.
Wie von Stadtbürgermeister und MdL Ralf Seekatz zu erfahren war, ist die  Bestattung in einem biologisch abbaubaren Urnengefäß  (Biopolymerurne) unter einem Baum sowohl für einzelne Personen als auch Familien oder andere im Leben verbundene Menschen möglich. Die namentliche Kennzeichnung erfolge durch ein kleines Schild, welches vom Bauhof an einem kleinen Eichenpfahl -auf Wunsch mit einem christlichen Symbol -  unmittelbar vor dem Naturelement oder an dem jeweiligen Baum befestigt werde. Selbstverständlich sei auch eine anonyme Bestattung möglich.
Für den Anfang wurden 25 Bäume ausgesucht, die in einem Kataster erfasst werden. Eine große Holztafel am Eingang soll den Besuchern eine Übersicht bieten. Je nach Umfang können mehrere Personen unter einem Baum bestattet werden. Es soll auch möglich sein, einen Baum zum Beispiel als Familienbaum für die gesamte Familie zu nutzen. Erweiterungsmöglichkeiten des RuheWald-Geländes sind genügend vorhanden.


Wie Seekatz weiter informierte, müsse auf Trauerzeremonien nicht verzichtet werden. Diese können sowohl auf dem Andachtsplatz vor dem Holzkreuz im RuheWald als auch in der benachbarten Friedhofshalle individuell gestaltet werden.
Viele Menschen fühlen sich in der natürlichen Umgebung des Waldes sehr wohl. Hier können sie abschalten und finden Entspannung und Kraft. Warum also dort nicht auch die „Letzte Ruhe“ finden.  Sie bietet eine alternative aber dennoch würdevolle Form des Abschieds. Ruhe, Harmonie und ständiger Wandel der Natur spenden Trost für Angehörige und Freunde. Wer Interesse hat, der kann sich zu Lebzeiten informieren, beraten lassen und sich mit dem Ort vertraut machen. „Ein weiterer Vorteil ist das Entfallen der Grabpflege, denn die übernimmt die Natur“, so Seekatz.
Das Gelände werde zwar nicht eingezäunt, wohl aber mit Findlingen und Bewuchs von der Straße her abgegrenzt. Bezüglich der Ruhezeiten und Gebühren sei bereits eine Satzung erarbeitet worden, informiert der Stadtbürgermeister weiter. Auch die Bestattung von Bürgern aus einer anderen Region soll möglich sein.
Ideengeberin des Projektes ist das CDU-Stadtratsfraktionsmitglied Martina Pock. Durchweg positiv äußerten sich die Stadtratsmitglieder bezüglich der Umsetzung dieser Idee. 



F r i e d h o f s a t z u n g
der Stadt Westerburg
vom 21.02.2013


I n h a l t s ü b e r s i c h t

1.
Allgemeine Vorschriften

§ 1
Geltungsbereich

§ 2
Friedhofszweck

§ 3
Schließung und Aufhebung

2.
Ordnungsvorschriften

§ 4
Verhalten auf den Friedhof

§ 5
Ausführung gewerblicher Arbeiten

3.
Allgemeine Bestattungsvorschriften

§ 6
Allgemeines, Anzeigepflicht, Bestattungszeit

§ 7
Särge

§ 8
Grabherstellung

§ 9
Ruhezeit

§ 10
Umbettungen

4.


Grabstätten

§ 11
Allgemeines, Arten der Grabstätten

§ 12
Reihengrabstätten

§ 13
Gemischte Grabstätten

§ 14
Doppelgrabstätten

§ 15
Urnenreihengrabstätten, Urnenrasenreihengrabstätten und
anonyme Urnengrabstätten

§ 15a
Beisetzung unter Bäumen

5.
Gestaltung der Grabstätten

§ 16
Allgemeine Gestaltungsgrundsätze

6.

Grabmale

§ 17
Gestaltung der Grabmale und Grabeinfassungen

§ 18
Zustimmungserfordernis zum Errichten und Ändern von Grabmalen

§ 19
Standsicherheit der Grabmale

§ 20
Verkehrssicherungspflicht für Grabmale

§ 21
Entfernen von Grabmalen


7.


Herrichten und Pflege von Grabstätten

§ 22
Herrichten und Instandhalten von Grabstätten

§ 23
Gestaltungsvorschriften

§ 24
Vernachlässigte Grabstätten

8.
Leichenhalle

§ 25
Benutzen der Leichenhalle

9.
Schlussvorschriften

§ 26
Alte Rechte

§ 27
Haftung

§ 28
Ordnungswidrigkeiten

§ 29
Gebühren

§ 30
Inkrafttreten
                                                


Der Stadtrat von Westerburg hat auf Grund des § 24 der Gemeindeordnung für Rheinland-Pfalz (GemO) sowie der §§ 2 Abs. 2 und 6 Abs. 1 Satz 1 des Bestattungsgesetzes (BestG) folgende Satzung beschlossen, die hiermit bekannt gemacht wird:

Allgemeine Vorschriften

§ 1    Geltungsbereich

(1) Das Stadtgebiet wird in folgende Bestattungsbezirke eingeteilt:
    a) Westerburg-Stadt,
    b) Stadtteil Gershasen,
    c) Stadtteil Sainscheid,
    d) Stadtteil Wengenroth


Gemarkung
Flur
Flurstück
Größe
Forstliche Einteilung
a)
Westerburg
6
5
9.140 m²
keine

Westerburg
6
4/1 Teilfl.
225.034 m²
Abt. 7b1
b)
Gershasen
3
310
3.092 m²
keine
c)
Wengenroth
9
3
1.957 m²
keine


(2) Die Verstorbenen sind grundsätzlich auf dem Friedhof des Bestattungsbezirkes zu bestatten, in dem sie zuletzt ihren  Hauptwohnsitz hatten, sofern sie nicht bei ihrem Ableben ein Recht auf Bestattung in einer bestimmten Grabstätte eines anderen Friedhofs besaßen. Die Friedhofsverwaltung kann Ausnahmen zulassen.                                                                                                    

(3) Die nachfolgenden Bestimmungen gelten nicht für den Bestattungsbezirk Stadtteil Sainscheid, da dieser Stadtteil dem Bestattungsbezirk Kölbingen angeschlossen ist.


§ 2    Friedhofszweck

(1) Die Friedhöfe sind nicht rechtsfähige Anstalten (öffentliche Einrichtungen) der Stadt.

(2) Sie dienen der Bestattung derjenigen Personen, die
    a) bei ihrem Tode Einwohner (1.Wohnsitz)  der
               Stadt waren,
    b) ein besonderes Recht auf Bestattung in einer
               bestimmten Grabstätte haben oder    
            c) ohne Einwohner zu sein, nach § 2 Abs. 2
                Sätze 2 und 3 BestG zu bestatten sind.
           d) oder deren Angehörige ein vertragliches Recht zur Bestattung von  
               Personen auf dem Friedhofsteil „Bestattungen unter Bäumen“.

(3) Die Bestattung anderer Personen bedarf der vorherigen Zustimmung der Friedhofsverwaltung.

§ 3    Schließung und Aufhebung

(1) Die Friedhöfe oder Teile der Friedhöfe können ganz oder teilweise für weitere Bestattungen oder Beisetzungen gesperrt (Schießung) oder anderen Zwecken gewidmet werden (Aufhebung) – vgl. § 7 BestG -.

(2) Durch die Schließung wird die Möglichkeit weiterer Bestattungen und Beisetzungen ausgeschlossen. Soweit durch die Schließung das Recht auf weitere Bestattungen oder Beisetzungen in Doppel- oder Urnengrabstätten (Sondergräber) erlischt, wird dem Nutzungsbe-
rechtigten für die restliche Nutzungszeit bei Eintritt eines weiteren Bestattungs- oder Beisetzungsfalles auf Antrag eine andere Wahl- bzw. Urnengrabstätte zur Verfügung gestellt.
Außerdem kann er die Umbettung verlangen, soweit die Nutzungszeit noch nicht abgelaufen ist.                                            
(3) Durch die Aufhebung geht die Eigenschaft des Friedhofs als Ruhestätte der Toten verloren. Die in Bestatteten werden, falls die Ruhezeit noch nicht abgelaufen ist, die in Reihen- Doppel- oder Urnenreihengrabstätten, falls die Nutzungszeit noch nicht abgelaufen ist, auf Kosten der Stadt in andere Grabstätten umgebettet.

(4) Schließung oder Aufhebung werden öffentlich bekannt gemacht. Der Nutzungsberechtigte einer Reihen-, Doppel- oder Urnenreihengrabstätte erhält außerdem einen schriftlichen Bescheid, wenn sein Aufenthalt bekannt oder über das Einwohnermeldeamt zu ermittelt ist.

(5) Umbettungstermine werden einen Monat vorher öffentlich bekannt gemacht. Gleichzeitig werden sie bei Reihen-, Doppel- oder Urnenreihengrabstätten den Nutzungsberechtigten,  mitgeteilt.

(6) Ersatzgrabstätten werden von der Stadt auf ihre Kosten entsprechend den Grabstätten auf dem aufgehobenen bzw. geschlossenen Friedhof oder dem Friedhofsteil hergerichtet. Die Ersatzwahlgrabstätten werden Gegenstand des Nutzungsrechts.


2. Ordnungswidrigkeiten


§ 4    Verhalten auf den Friedhöfen

(1) Die Besucher betreten die Anlage auf eigene Gefahr und haben sich auf den Friedhöfen der Würde des Ortes entsprechend zu verhalten. Die Anordnungen des Friedhofspersonals sind zu befolgen. Die Friedhofsverwaltung kann bei Vorliegen besonderer Gründe das Betretungsrecht auf Teilflächen oder insgesamt einschränken oder vorübergehend untersagen. Bei Sturm, Gewitter und Naturkatastrophen darf der Friedhofsteil „Bestattung unter Bäumen“ nicht betreten werden.
 (2) Kinder unter 10 Jahren sollen die Friedhöfe nur in Begleitung Erwachsener betreten.

(3) Auf den Friedhöfen ist insbesondere nicht gestattet:
a)
die Wege mit Fahrzeugen aller Art zu befahren; Kinderwagen und Rollstühle sowie Handwagen zur Beförderung von Material zur Grabherrichtung, leichte Fahrzeuge von zugelassenen Gewerbetreibenden und Fahrzeuge der Friedhofsverwaltung sind ausgenommen,
     
b)
Waren aller Art sowie gewerbliche Dienste anzubieten,


c)
an Sonn- und Feiertagen und in der Nähe einer Bestattung,
Beisetzungen oder Gedenkfeiern störende Arbeiten auszuführen,


d)
ohne Auftrag eines Nutzungsberechtigten bzw. ohne Zustimmung
der Friedhofsverwaltung gewerbsmäßig zu fotografieren,


e)
Druckschriften zu verteilen,


f)
die Friedhöfe und ihre Einrichtungen, Anlagen und Grabstätten zu
verunreinigen oder zu beschädigen,
g)
Grababraum außerhalb der dafür bestimmten Stellen abzuladen,


h)
Tiere – ausgenommen Blindenhunde – mitzuführen,


i)
zu spielen, zu lärmen und Musikwiedergabegeräte zu betreiben.

Die Friedhofsverwaltung kann Ausnahmen zulassen, soweit sie mit dem Zweck der Friedhöfe und der Ordnung auf ihnen vereinbar sind.

(4) Feiern und andere nicht mit einer Bestattung / Beisetzung zusammenhängende Veranstaltungen bedürfen der Zustimmung der Friedhofsverwaltung; sie sind spätestens vier Tage vorher anzumelden.

§ 5    Ausführen gewerblicher Arbeiten

(1) Bildhauer, Steinmetze, Gärtner und sonstige mit der Gestaltung und Instandhaltung von Grabstätten befasste Gewerbetreibende bedürfen für Tätigkeiten auf den Friedhöfen der vorherigen Zulassung durch die Friedhofsverwaltung, die gleichzeitig den Umfang der Tätigkeiten festlegt.

(2) Zugelassen werden nur solche Gewerbetreibende, die in fachlicher, betrieblicher und persönlicher Hinsicht zuverlässig sind, was im Regelfall durch die Eintragung in der Handwerksrolle nachgewiesen wird. Die Zulassung kann befristet werden.

(3) Zugelassene Gewerbetreibende erhalten eine Berechtigungskarte. Diese ist dem Friedhofspersonal vom Gewerbetreibenden oder seinen Mitarbeitern auf Verlangen vorzuzeigen.

(4) Diese Zulassung kann zurückgenommen werden, wenn die Voraussetzungen des Absatzes 2 nicht mehr
vorliegen und die Gewerbetreibenden trotz zweimaliger schriftlicher Mahnung gegen die Bestimmungen der Friedhofssatzung verstoßen.


3. Allgemeine Bestattungsvorschriften


§ 6    Allgemeines, Anzeigepflicht, Bestattungszeit

(1) Jede Bestattung ist unverzüglich nach Eintritt des Todes bei der Friedhofsverwaltung anzumelden. Für die Beisetzung von Aschen gilt § 15 Abs. 4.

(2) Wird eine Bestattung oder Beisetzung in einer vorher erworbenen Doppelgrabstätte / Urnenreihengrabstätte beantragt, ist auch das Nutzungsrecht nachzuweisen.
                            
(3) Die Friedhofsverwaltung setzt Ort und Zeit der Bestattung im Benehmen mit den Angehörigen und der zuständigen Religionsgemeinschaft fest.

(4) Aschen müssen spätestens zwei Monate nach der Einäscherung beigesetzt werden, andernfalls werden sie auf Kosten des Bestattungspflichtigen (Verantwortlichen gem. § 8
BestG) in einer Urnenreihengrabstätte oder einer anonymen Urnengrabstätte beigesetzt.
(a) Für die Erfüllung der aufgrund dieses Gesetzes bestehenden Verpflichtungen ist der Erbe verantwortlich. Soweit ein Erbe nicht rechtzeitig zu ermitteln ist oder aus anderen Gründen nicht oder nicht rechtzeitig in Anspruch genommen werden kann, sind die folgenden Personen in der angegebenen Reihenfolge verantwortlich, sofern sie voll geschäftsfähig sind:
1. der Ehegatte, 2. Die Kinder, 3. die Eltern, 4. der sonstige Sorgeberechtigte, 5. die Geschwister, 6. die Großeltern, 7. die Enkelkinder.
Abweichende Verantwortlichkeiten nach diesem Gesetz bleiben unberührt.
(b) Ein Bestattungsunternehmer oder ein Dritter ist im Rahmen übernommener Verpflichtungen verantwortlich.
© Die Verantwortlichen nach dem Polizeiverwaltungsgesetz von Rheinland-Pfalz bleiben unberührt.

(5) In jedem Sarg darf nur eine Leiche bestattet werden. Es ist jedoch gestattet, ein Elternteil mit seinem nicht über 2 Jahre alten Kind in einem Sarg zu bestatten. Mit der Zustimmung der Friedhofsverwaltung können auch Geschwister im Alter bis zu 2 Jahren in einem Sarg bestattet werden.


§ 7    Särge

(1) Die Särge müssen fest gefügt und so abgedichtet sein, dass jedes Durchsickern von Feuchtigkeit ausgeschlossen ist. Sie dürfen nicht schwer verrottbar sein, soweit nichts anderes ausdrücklich vorgeschrieben ist.

(2) Die Särge sollen höchstens 2,05 m lang, 0,65 m hoch im Mittelmaß 0,65 m breit sein. Sind in Ausnahmefällen größere Särge erforderlich, ist die Zustimmung der Friedhofsverwaltung bei der Anmeldung der Bestattung einzuholen. Die Särge für Kindergräber dürfen höchstens 1,20 m lang sein.

§ 8    Grabherstellung

(1) Die Gräber werden von dem Friedhofspersonal bzw. den Beauftragten der Friedhofsverwaltung ausgehoben und wieder verfüllt.

(2) Die Tiefe der einzelnen Gräber beträgt von der Erdoberfläche (ohne Hügel) bis zur Oberkante des Sarges mindestens 0,90 m, bis zur Oberkante der Urne mindestens 0,50 m.

(3) Die Gräber für Erdbestattungen müssen voneinander durch mindestens 0,30 m starke Erdwände getrennt sein.

(4) Der Nutzungsberechtigte von Doppel- und Urnengrabstätten hat Grabzubehör vorher auf seine Kosten entfernen zu lassen. Sofern beim Ausheben der Gräber Grabmale, Grabeinfassungen, Fundamente oder Grabzubehör durch die Friedhofsverwaltung entfernt werden müssen, sind die dadurch entstehenden Kosten durch den Nutzungsberechtigten der Friedhofsverwaltung zu erstatten.


§ 9    Ruhezeit

(1) Die Ruhezeiten bis zur Wiederbelegung für Leichen in Reihen-, Doppel-, Mehrfachgrabstätten und Aschen in Urnenreihen- und Urnenrasengrabstätte beträgt, beginnend mit dem Tage der Zuweisung, 25 Jahre.

(2) Die Ruhezeiten von Aschen in gemischten Grabstätten, sowie die zusätzlichen Beisetzungen von Aschen in bereits belegten Reihen-, Doppelgrabstätten und die der  anonym beigesetzten Aschen betragen 15 Jahre.
 
(3) Die Bestattung von Aschen in den v. g.   bereits belegten Erdgrabstätten sind nur dann zulässig, wenn der Bestattungspflichtige für die Asche auf eine längere Ruhezeit als die für das Grab verbleibende Nutzungszeit verzichtet.

(4) Die Ruhezeiten von Aschen im Friedhofsteil „Beisetzung unter Bäumen“ betragen vom Zeitpunkt der Beisetzung an grundsätzlich 20 Jahre. Im Fall der Beisetzung unter „Familien- Freundschaftsbäumen“ regeln sich die Ruhe-/Nutzungszeiten nach den geschlossenen Nutzungsverträgen.


§ 10    Umbettungen

(1) Die Ruhe der Toten darf grundsätzlich nicht gestört werden.

(2) Umbettungen von Leichen und Aschen bedürfen, unbeschadet der sonstigen gesetzlichen Vorschriften, der vorherigen Zustimmung der Friedhofsverwaltung. Die Zustimmung kann nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes erteilt werden; bei Umbettungen innerhalb der Stadt in den ersten 15 Jahren der Ruhezeit nur bei Vorliegen eines dringenden öffentlichen Interesses. Umbettungen aus einer Reihengrabstätte / Urnenreihengrabstätte in eine andere Reihengrabstätte / Urnenreihengrabstätte sind innerhalb der Stadt nicht zulässig. § 3 Abs. 2 bleibt unberührt.

(3) Nach Ablauf der Ruhezeit noch vorhandene Leichen- oder Aschenreste können mit vorheriger Zustimmung der Friedhofsverwaltung in belegte Grabstätten umgebettet werden.

(4) Umbettungen erfolgen nur auf Antrag; antragsberechtigt sind bei Umbettungen aus Reihengrabstätten / Urnenreihengrabstätten die Verantwortlichen nach § 8 Abs. 1 BestG, bei Umbettungen aus Wahlgrabstätten / Urnenwahlgrabstätten der jeweilige Nutzungsberechtigte. Die Stadt ist bei dringendem öffentlichem Interesse berechtigt, Umbettungen vorzunehmen.

(5) Umbettungen werden von der Friedhofsverwaltung durchgeführt. Sie kann sich dabei auch eines gewerblichen Unternehmens bedienen. Sie bestimmt den Zeitpunkt der Umbettung.

(6) Die Kosten der Umbettung und den Ersatz von Schäden, die an den benachbarten Grabstätten und Anlagen durch eine Umbettung entstehen, hat der Antragsteller zu tragen.

(7) Der Ablauf der Ruhezeit und der Nutzungszeit wird durch eine Umbettung nicht unterbrochen oder gehemmt.

(8) Leichen und Aschen dürfen zu anderen als zu Umbettungszwecken nur auf behördliche oder richterliche Anordnung hin ausgegraben werden.


4. Grabstätten

§ 11    Allgemeines, Arten der Grabstätten

(1) Die Grabstätten werden unterschieden in
a)
Reihengrabstätten für Erdbestattungen,
b)
Doppelgrabstätten für Erdbestattungen,
c)
Urnengrabstätten als Erdgräber,
d)
Urnenrasengrabstätten
e)
Urnengrabstätten für anonyme Beisetzungen als Erdgräber.
f)
Urnengrabstätten als Erdgräber im Bereich „Bestattung unter Bäumen“ (nur auf dem Friedhof „Hub“ in der Stadt Westerburg)


(2) Die Grabstätten bleiben Eigentum des Friedhofseigentümers. An ihnen können Rechte nur nach dieser Satzung erworben werden. Es besteht kein Anspruch auf Verleihung des Nutzungsrechts an einer der Lage nach bestimmten Grabstätte oder auf Unveränderlichkeit der Umgebung.

§ 12    Reihengrabstätten

(1) Reihengrabstätten sind Grabstätten (Einzelgräber) für Erdbestattungen, die der Reihe nach belegt und im Todesfall für die Dauer der Ruhezeit des zu bestattenden schriftlich zugeteilt werden.

(2) Es werden eingerichtet:
a)
Einzelgrabfelder für Verstorbene bis zum vollendeten 5. Lebensjahr,
b)
Einzelgrabfelder für Verstorbene ab vollendetem 5. Lebensjahr.

(3) In jeder Reihengrabstätte darf - außer in den Fällen des § 6 Abs. 5 und  - nur eine Leiche bestattet werden.

(4) Urnen dürfen unter der Voraussetzung des § 9 Abs. 2 und 3 in belegten Reihengrabstätten für Erdbestattungen beigesetzt werden, wenn es ich um Angehörige gerader Linie handelt. In einer Reihengrabstätte darf nur eine Urne zusätzlich aufgenommen werden und der Nutzungsberechtigte erkennt die verkürzte Ruhefrist an.

(5) Das Abräumen von Einzelgrabfeldern oder Teilen von Ihnen nach Ablauf der Ruhezeiten wird 3 Monate vorher veröffentlicht und durch ein Hinweisschild auf dem betreffenden Grabfeld bekannt gemacht.

§ 13    Gemischte Grabstätten

Gemischte Grabstätten sind bereits durch eine Erdbestattung belegte Einzelgräber (§ 13 Abs. 1), in denen auf Antrag des Nutzungsberechtigten zusätzlich die Beisetzung einer Asche gestattet werden kann. Die Grabstätte gilt hinsichtlich der zweiten Bestattung als Urnengrabstätte nach § 15 Abs. 1.

Die Dauer des Nutzungsrechts der Grabstätte richtet sich nach der Ruhezeit der ersten Bestattung. Die zusätzliche Beisetzung einer Asche darf im Einzelfall nur dann erfolgen, wenn die verbleibende Ruhezeit nach der ersten Bestattung noch mindestens 15 Jahre beträgt.


§ 14    Doppelgrabstätten

(1) Doppelgrabstätten sind Grabstätten für Erdbestattungen, an denen auf Antrag nach Zahlung der festgesetzten Gebühr ein Nutzungsrecht für die Dauer von 25 Jahren (Nutzungszeit) verliehen wird. Die Verleihung eines Nutzungsrechtes ist nur bei Eintritt eines Bestattungsfalles und nur dann möglich, wenn der überlebende Ehepartner/eingetragene Lebenspartner das 60. Lebensjahr vollendet hat. Die Wahl des Grabplatzes an bestimmter Stelle auf dem Friedhof ist nicht möglich.

Auf Antrag des Nutzungsberechtigten kann die zusätzliche Beisetzung von max. zwei  Urnen unter der Voraussetzung, dass es ich um Angehörige gerader Linie des Personenkreises des § 14 Abs. 1 handelt und  unter der Berücksichtigung der Ruhefristen des § 9 Abs. 2 und 3 gestattet werden, wobei auch hier der Nutzungsberechtigte die verkürzte Ruhefrist anerkennt.

(2) Es wird eine Urkunde, die Beginn und Ende des Nutzungsrechts enthält, ausgestellt. Aus dem Nutzungsrecht ergibt sich die Pflicht zur Anlage und Pflege des Grabes.

 
(3) Während der Nutzungszeit darf eine weitere Bestattung nur stattfinden, wenn die Ruhezeit die Nutzungszeit nicht überschreitet oder das Nutzungsrecht für die Zeit bis zum Ablauf der Ruhezeit verlängert worden ist.

(4) Das Nutzungsrecht an teilbelegten Grabstätten kann erst nach Ablauf der letzten Ruhezeit zurückgegeben werden. Eine Rücknahme ist nur für die gesamte Grabstätte möglich.


§ 15    Urnengrabstätten

(1) Aschen dürfen in Urnenreihen-,     Urnenrasengrabstätten und in für anonyme Beisetzungen vorgesehene Grabstätten beigesetzt werden.

(2) Urnenreihengrabstätten sind Aschenstätten, die der Reihe nach belegt und erst im Todesfall für die Dauer der Ruhezeit - § 9 Abs. 1 - zur Beisetzung abgegeben werden. In einer Urnenreihengrabstätte können bis zu  drei Urnen von Ehepartnern/eingetragenen Lebenspartnern und deren Angehörigen in gerader Linie beigesetzt werden, wobei für die Beisetzung der dritten Urne die Ruhefristen des § 9 Abs. 2 greifen. Die Regelung über die Altersbegrenzungen für Doppelgräber -§14 Abs. 1- findet  hier ebenfalls Anwendung.

(3)  Urnenrasengrabstätten sind Grabstätten für Aschenbeisetzungen, die der Reihe nach, für die Dauer der Ruhezeit -§ 9 Abs. 1-, auf einem von der Friedhofsverwaltung bestimmtem Grabfeld, belegt werden. In jeder Grabstätte darf nur eine Urne beigesetzt werden. Die Rasenfläche wird durch die Friedhofsverwaltung unterhalten und gepflegt. Als äußere Kennzeichnung ist nur eine liegende Grabplatte aus Naturstein mit eingehauener oder maschinen geschriebener Beschriftung zulässig (-vergl. § 17 Abs. 3a-). Das Ablegen von Grabschmuck, Pflanzschalen und Grableuchten und anderen Gegenständen ist nur in der Zeit vom 15. Oktober bis 31. Januar erlaubt. Spätestens am 01. Februar sind die abgelegten Gegenstände wieder zu entfernen. Sollten im Zeitraum 15. Oktober bis 31. Januar außerordentliche Pflegemaßnahmen des Grabfeldes durch die Friedhofsverwaltung erforderlich sein, so übernimmt der Friedhofsträger keine Haftung für das Entfernen oder die Beschädigung von diesem Grabschmuck.
 

(4) Anonyme Urnengrabstätten sind Grabstätten, die der Reihe nach belegt und erst im Todesfalle für die Dauer der Ruhezeit -§ 9 Abs. 2- zur Bestattung abgegeben werden. Eine namentliche Kennzeichnung oder die Errichtung von Einzelgrabmalen ist dort nicht zulässig. Die Pflege der Grabflächen obliegt der Stadt Westerburg.
                                                
(5) Die Beisetzung ist bei der Friedhofsverwaltung rechtzeitig anzumelden. Der Anmeldung ist eine Ausfertigung der standesamtlichen Sterbeurkunde und die Bescheinigung des Trägers der Feuerbestattungsanlage über die Einäscherung beizufügen.

(6) Soweit sich aus der Satzung nicht etwas anderes ergibt, gelten die Vorschriften für Reihen- und Doppelgrabstätten, für Urnenreihengrabstätten sowie für Urnengrabstätten zur anonymen Beisetzung.


§ 15a    Beisetzung unter Bäumen

(1) In dem festgelegten Bereich des Bestattungsplatzes dürfen ausschließlich Urnen aus schnell verrottbaren Materialien - Biopolymer-, so genannten Bio-Urnen- für die Dauer der Ruhezeiten -§ 9 Abs. 4- zur Beisetzung gelangen. Die Verwendung von Überurnen aus anderen nicht schnell verrottbaren Materialien ist nicht gestattet.
(2) Die gesamte Waldfläche wird durch die Friedhofsverwaltung unterhalten und gepflegt. Angehörige von dort Bestatteten dürfen keine Pflegemaßnahmen, wie das Beschneiden von Baum- und Strauchbewuchs, sowie das Freilegen der Bestattungsflächen von gefallenem Laub  vornehmen, denn hier soll der Charakter Natur auch Natur bleiben.  
(3) Das Ablegen und Aufstellen von Grabschmuck, Pflanzschalen und Grableuchten und anderen Gegenständen ist nur für den Zeitpunkt der Beisetzung und einen kurzen Zeitraum von 4 Wochen danach erlaubt. Anschließend sind diese Teile unaufgefordert zu entfernen.  
(4) Der Aushub und die Schließung der Grabstätte erfolgt ausschließlich durch die Friedhofsverwaltung.

5. Gestaltung der Grabstätten


§ 16  Allgemeine Gestaltungsvorschriften

Jede Grabstätte ist so zu gestalten und an die Umgebung anzupassen, dass die Würde des Friedhofes in seinen einzelnen Teilen und in seiner Gesamtanlage gewahrt wird.

6. Grabmale

§ 17    Gestaltung der Grabmale und Grabeinfassungen

Die Grabmale müssen in ihrer Gestaltung und Bearbeitung nachstehenden Anforderungen entsprechen:
Für Grabmale dürfen nur Natursteine sowie Holz und geschmiedetes oder gegossenes Metall verwendet werden.
Bei der Gestaltung und Bearbeitung sind folgende Vorschriften einzuhalten:

1.
Alle Bearbeitungsarten sind zulässig.
2.
Bei der Gestaltung der Grabmale sind Beton, Glas, Emaille, Kunststoff
und auffallende Farben nicht zugelassen.


(2) Auf Grabstätten für Erdbestattung sind Grabmale mit folgenden Maßen zulässig:

a)
Reihengrabstätten für Verstorbene bis zu 5 Jahren:

1.
Stehende Grabmale:
Höhe: 0,55 m bis 0,80 m, Breite bis 0,45 m, Mindeststärke 0,10 m

2.
Liegende Grabmale:
Breite bis 0,40 m, Höchstlänge 0,50 m, Mindeststärke 0,04 m

b)

Reihengrabstätten für Verstorbene über 5 Jahre:

1.
Stehende Grabmale:
Höhe 0,70 m bis 0,95 m, Breite bis 0,80 m, Mindeststärke 0,12 m

2.
Liegende Grabmale:
Breite bis 0,50 m, Höchstlänge 0,70 m, Mindeststärke 0,04 m
c)
Doppelgrabstätten

1.
Stehende Grabmale:
Höhe bis 0,90 m, Breite bis 1,60 m, Mindeststärke 0,12 m

2.
Liegende Grabmale:
Breite bis 0,75 m, Länge 0,80 m bis 1,20 m, Höhe 0,14 m bis 0,30 m

                                        
(3) Auf Urnenreihengrabstätten sind Grabmale bis zu folgende Größen zulässig:

1.
Stehende Grabmale:
Grundriss 0,35 x 0,35 m, Höhe 0,70 bis 0,90 m
2.
Liegende Grabmale:
Größe 0,40 m x 0,40 m, Höhe der Hinterkante 0,15 m

(3a) Auf Urnenrasengrabstätten sind Grabplatten nur in nachfolgender Größe zulässig:

1.
liegende Grabplatte mit entsprechendem Bodenfundament, ebenerdig und grabmittig verlegt;
Grundriss 0,25 m x 0,25 m und einer Stärke von mindestens 3,0 bis 5,0 cm
     

(4) Auf Urnengrabstätten zur anonymen Beisetzung sind keine Grabmale bzw. Abdeckungen oder auch Hinweise in Form von Namensschildern etc. zulässig.

(4 a) Urnengrabstätten im Bereich „Bestattung unter Bäumen“ dürfen nicht mit Grabmalen, Abdeckungen oder Grabplatten versehen werden. Die Kennzeichnung der Grabstätten erfolgt durch Anbringen von zugelassenen Namens- und Hinweisschildern an den Bäumen durch die Friedhofsverwaltungg.
   
(5) Für Grabeinfassungen werden folgende Außenmaße vorgeschrieben:

a)
Reihengrabstätten für Verstorbene bis zu 5 Jahren:
Länge 1,50 m, Breite 0,75 m
b)
Reihengrabstätten für Verstorbene über 5 Jahre:
Länge 2,00 m, Breite 1,00 m
c)
Doppelgrabstätten:
Länge 2,00 m, Breite 2,00 m
d)
Urnenreihengrabstätten:
Länge 0,90 m, Breite 0,90 m

(6) Der Friedhofsträger kann Ausnahmen von den Vorschriften der Absätze 1 bis 4 und auch sonstige bauliche Anlagen zu lassen, soweit er es unter Beachtung des § 16 für vertretbar hält.

§ 18   Zustimmungserfordernis zum Errichten und Ändern von Grabmalen und Grabeinfassungen
    
(1) Die Errichtung und jede Veränderung von Grabmalen und Grabeinfassungen bedürfen der vorherigen schriftlichen Zustimmung der Friedhofsverwaltung. Der Antragsteller hat bei Reihengrabstätten die Grabzuweisung vorzulegen, bei Wahlgrabstätten sein Nutzungsrecht nachzuweisen.

(2) Den Anträgen sind zweifach beizufügen, der Grabmalentwurf mit Grundriss und Seitenansicht im Maßstab 1 : 10 unter Angabe des Materials und seiner Bearbeitung.

(3) Für die Errichtung und jede Veränderung aller sonstigen baulichen Anlagen gelten die Absätze 1 und 2 entsprechend.

(4) Die Zustimmung erlischt, wenn das Grabmal oder die sonstige bauliche Anlage nicht binnen eines Jahres nach Erteilung der Zustimmung errichtet bzw. geändert worden ist.


§ 19    Standsicherheit der Grabmale

Die Grabmale sind ihrer Größe entsprechend nach den allgemein anerkannten Regeln des Handwerks zu fundamentieren und so zu befestigen, dass sie dauernd standsicher sind und auch beim Öffnen benachbarter Gräber nicht umstürzen oder sich senken können. Satz 1 gilt für sonstige bauliche Anlagen entsprechend.
                                                
§ 20    Verkehrssicherungspflicht für Grabmale

(1) Die Grabmale und die sonstigen baulichen Anlagen sind dauernd in verkehrssicherem Zustand zu halten. Sie sind zu überprüfen oder überprüfen zu lassen, und zwar in der Regel jährlich zweimal - im Frühjahr nach der Frostperiode und im Herbst -. Verantwortlich dafür ist bei Reihen- und Wahl- Urnenreihengrabstätten, wer den Antrag auf Zuteilung der Grabstätte (§ 13) gestellt hat, der Nutzungsberechtigte.

(2) Scheint die Standsicherheit eines Grabmals, einer sonstigen baulichen Anlage oder von Teilen davon gefährdet, ist der für die Unterhaltung Verantwortliche (Abs. 1) verpflichtet, unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen zu treffen.

(3) Bei Gefahr im Verzuge kann die Friedhofsverwaltung auf Kosten der Verantwortlichen Sicherungsmaßnahmen (z.B. Umlegen von Grabmalen), treffen. Wird der ordnungswidrige Zustand trotz schriftlicher Aufforderung der Friedhofsverwaltung nicht innerhalb einer festzusetzenden angemessenen Frist beseitigt, ist die Friedhofsverwaltung dazu auf Kosten des Verantwortlichen berechtigt. Sie kann das Grabmal oder Teile davon entfernen. Die Stadt ist verpflichtet, diese Gegenstände drei Monate aufzubewahren. § 21 Abs. 2 Satz 4 gilt entsprechend. Ist der Verantwortliche nicht bekannt oder über das Einwohnermeldeamt nicht zu ermitteln, genügen als Aufforderung eine öffentliche Bekanntmachung und ein Hinweisschild auf der Grabstätte, das für die Dauer von einem Monat aufgestellt wird.


§ 21    Entfernen von Grabmalen und Grabeinfassungen

(1) Vor Ablauf der Ruhezeit oder der Nutzungszeit dürfen Grabmale und Grabeinfassungen nur mit vorheriger Zustimmung der Friedhofsverwaltung entfernt werden.

(2) Nach Ablauf der Ruhezeit bei Reihen- und Urnenreihengrabstätten, nach Ablauf der Nutzungszeit bei Wahlgrabstätten oder nach der Entziehung von Grabstätten und Nutzungsrechten sind die Grabmale innerhalb einer Frist von drei Monaten zu entfernen. Auf den Ablauf der Ruhezeit bzw. der Nutzungszeit wird durch öffentliche Bekanntmachung hingewiesen. Kommt der Verpflichtete dieser Verpflichtung nicht nach, so ist die Friedhofsverwaltung berechtigt, die Grabstätte abräumen zu lassen. Lässt der Verpflichtete das Grabmal nicht binnen drei Monaten abholen, geht es entschädigungslos in das Eigentum der Stadt über. Werden Grabstätten von der Friedhofsverwaltung abgeräumt, hat der jeweilige Verpflichtete die Kosten zu tragen.

(3) Sofern während der Belegung für die spätere Einebnung bereits Gebühren gezahlt wurden, werden die Grabstätten nach Ablauf der Ruhezeit bzw. Nutzungszeit durch die Friedhofsverwaltung nach vorheriger öffentlicher Bekanntmachung abgeräumt.

7. Herrichten und Pflege der Grabstätten


§ 22    Herrichten und Instandhalten der Grabstätten

(1) Alle Grabstätten, hierzu zählen auch die um die Grabanlagen angelegten unmittelbaren Wegumrandungen, müssen im Rahmen der Vorschriften des § 16 hergerichtet und dauernd instand gehalten werden. Dies gilt auch entsprechend für den Grabschmuck. Verwelkte Blumen und Kränze sind unverzüglich von den Grabstätten zu entfernen.                    

(2) Für die Herrichtung und die Instandhaltung ist bei Reihen- und Urnenreihengrabstätten der Inhaber der Grabzuweisung (Verantwortlicher gemäß § 8 BestG), bei Doppelgrabstätten der Nutzungsberechtigte verantwortlich.

(3) Die für die Grabstätten Verantwortlichen können die Grabstätten selbst anlegen und pflegen oder damit einen Gärtner beauftragen.

(4) Die Grabstätten müssen innerhalb von sechs Monaten nach der Bestattung hergerichtet werden.

(5) Die Herrichtung, Unterhaltung und Veränderung der gärtnerischen Anlagen außerhalb der Grabstätten obliegen ausschließlich der Friedhofsverwaltung.

(6) Der Friedhofsteil „Bestattungen unter Bäumen" ist ein naturnah bewirtschafteter Wald. Die forstliche Bewirtschaftung erfolgt wie bisher im Rahmen der geltenden Bestimmungen unter umfassender Rücksichtnahme auf die Baumbestände. Eine Grabpflege im herkömmlichen Sinne ist untersagt.
Die Friedhofsverwaltung, oder ein von ihr beauftragter Dritter kann Pflegeeingriffe an den Baumbeständen durchführen, wenn diese aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht oder zur Erhaltung umgänglich geboten sind. Pflegeeingriffe durch Angehörige von Verstorbenen oder Dritten sind nicht zulässig. Es ist untersagt, Bäume zu schmücken oder zu verändern

§ 23    Gestaltungsvorschriften

Grababdeckungen / Grabplatten sind bei Reihen- und Doppelgrabstätten bis ¾ der Grabfläche zulässig. Die gesamte Restfläche soll bepflanzt werden. Die Bepflanzung darf die anderen Grabstätten sowie die öffentlichen Anlagen und Wege nicht beeinträchtigen.


§ 24    Vernachlässigte Grabstätten

(1) Wird eine Grabstätte nicht ordnungsgemäß hergerichtet oder bepflanzt, hat der Verantwortliche auf schriftliche Aufforderung der Friedhofsverwaltung die Grabstätte innerhalb einer jeweils festzusetzenden angemessenen Frist in Ordnung zu bringen. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, kann die Friedhofsverwaltung die Grabstätte nach ihrem Ermessen auf seine Kosten herrichten lassen.

(2) Ist der Verantwortliche nicht bekannt oder nicht ohne weiteres zu ermitteln, genügt für die Durchführung der Maßnahme nach Abs. 1 eine öffentliche Bekanntmachung oder ein Hinweis auf der Grabstätte.
 
8. Leichenhalle

§ 25    Benutzen der Leichenhalle

(1) Die Leichenhalle dient der Aufnahme der Leichen bis zur Bestattung. Sie darf nur mit Erlaubnis der Friedhofsverwaltung betreten werden. Die Friedhofsverwaltung kann hierfür bestimmte Zeiten festlegen, wobei in besonderen Fällen (z.B. Unfalltod) Ausnahmen möglich sind.

(2) Die Särge sind spätestens eine halbe Stunde vor Beginn der Trauerfeier oder der Bestattung endgültig zu schließen.

(3) Die Särge der an einer nach seuchenrechtlichen Bestimmungen meldepflichtigen Krankheit Verstorbenen sollen in einem besonderen Raum der Leichenhalle aufgestellt werden. Der Zutritt zu diesen Räumen und die Besichtigung der Leichen bedürfen zusätzlich der vorherigen Zustimmung des Amtsarztes.

4) Für eine Trauerfeier im Bereich des Friedhofteils „Bestattungen unter Bäumen“ kann die  dort eingerichtete Andachtstelle zur Verfügung gestellt werden.
                        
9. Schlussvorschriften


§ 26    Alte Rechte

(1) Bei Grabstätten, die bei Inkrafttreten dieser Satzung bereits zugeteilt oder erworben sind, richten sich Ruhezeit und Gestaltung nach den bisherigen Vorschriften.


(2) Die vor dem Inkrafttreten dieser Satzung entstandenen Nutzungsrechte von unbegrenzter oder unbestimmter Dauer von mehr als 30 Jahren werden auf die Nutzungszeit nach § 14 Abs. 1 dieser Satzung seit Verleihung begrenzt. Sie enden jedoch nicht vor Ablauf eines
Jahres nach Inkrafttreten dieser Satzung und der Ruhezeit der zuletzt beigesetzten Leiche oder Asche.

(3) Im Übrigen gilt diese Satzung.

§ 27    Haftung


Die Stadt haftet nicht für Schäden, die durch satzungswidrige Benutzung der Friedhöfe sowie ihrer Anlagen und Einrichtungen durch dritte Personen oder durch Tiere entstehen.


§ 28    Ordnungswidrigkeiten


(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 24 Abs. 5 der Gemeindeordnung (GemO) handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig   
1.
sich auf den Friedhöfen nicht der Würde des Ortes entsprechend
verhält oder die Anordnungen des Friedhofspersonals nicht befolgt
(§ 4 Abs. 1),
2.
gegen die Bestimmungen des § 4 Abs. 3 Satz 1 verstößt,
3.
eine gewerbliche Tätigkeit auf dem Friedhof ohne Zulassung ausübt
(§ 5 Abs. 1),
4.
Umbettungen ohne vorherige Zustimmung vornimmt (§ 10),
5.
die Bestimmungen über zulässige Maße für Grabmale und
Grabeinfassungen nicht einhält (§ 17 Abs. 2 bis 4),
6.
als Verfügungsberechtigter, Nutzungsberechtigter oder
Gewerbetreibender Grabmale, Grabeinfassungen oder sonstige
Grabausstattungen ohne Zustimmung der Friedhofsverwaltung
errichtet oder verändert (§ 18 Abs. 1 und 3),
7.
Grabmale und Grabeinfassungen ohne Zustimmung der
Friedhofsverwaltung entfernt (§ 21 Abs. 1),
8.
Grabmale, Grabeinfassungen und Grabausstattungen nicht in
verkehrssicherem Zustand hält (§§ 19, 20 und 22),
9.
Grabstätten entgegen § 23 mit Grababdeckungen versieht oder nicht
oder entgegen § 23 bepflanzt,
10.
Grabstätten vernachlässigt ( § 24),
11.
die Leichenhalle entgegen § 25 Abs. 1 und Abs. 3 Satz 2 betritt.

(2) Eine Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 1.000,00 € geahndet werden. Das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) vom 19.02.1987 (BGBl. S. S. 603) in der jeweils geltenden Fassung findet Anwendung.
                            

§ 29    Gebühren


Für die Benutzung der von der Stadt verwalteten Friedhöfe und ihrer Einrichtungen sind die Gebühren nach der jeweils geltenden Friedhofsgebührensatzung zu entrichten.


§ 30    Inkrafttreten


Diese Satzung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. Gleichzeitig treten die Friedhofssatzung vom 11.11.2010 und alle übrigen entgegenstehenden ortsrechtlichen Vorschriften außer Kraft.


Westerburg, den 21.02.2013


Stadt Westerburg


gez. Seekatz

  Ralf Seekatz   
Stadtbürgermeister