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Grundschulkinder besuchten die Gershasener Backfrauen PDF Drucken E-Mail

Backes08 2013 06Alte Traditionen bewahren

An zwei Tagen wurde im Alten Backes in Gershasen wieder Brot gebacken. Passend zum Thema "Vom Korn zum Brot" schauten die Drittklässer der Grundschule Westerburg den Backfrauen einmal über die Schulter. Wieder einmal sorgten die Gymnastikfrauen von Gershasen für frisches, duftendes Brot aus dem alten Backes.

Zweimal im Jahr heizen die Damen den alten Ofen ein und pflegen so eine jahrzehntelange Tradition. Nach der Zerstörung der alten Schule im Zweiten Weltkrieg erbauten die Bürger von Gershasen im Jahr 1949 an dieser Stelle das „Backes“. „Seinerzeit wurde dort alle zwei Wochen das Brot für die Gemeinde gebacken“, berichten die Backesfrauen. Aufgrund der großen Nachfrage liefert heute die Bäckerei Garcia aus Westerburg die fertige Rohware der Roggenmischbrote, die dank des verwendeten Buchenholzes einen besonderen Geschmack erhalten. Natürlich sammelt die engagierte Gruppe das Feuerholz selbst. Lobend erwähnten wurden diesbezüglich die männlichen Helfer, die sich um den Transport der zahlreichen Bucheäste kümmern. Die Arbeit rund um das Backes beginnt bereits zwei Tage vor dem eigentlichen Termin, denn der Ofen muss erst auf Temperatur gebracht werden, sonst fällt der frische Teig zusammen. Wie in den Jahren zuvor, so war auch diesmal dank Werbung im Ort die Nachfrage sehr groß und es wurden innerhalb von zwei Tagen 350 Leibe Brot abgebacken.         

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So war Teamwork angesagt. Bereits um 5.15 Uhr heizt die „Frühschicht“ den großen Backofen ein. Das Abbacken erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Die Färbung der Schamottsteine zeigt an, ob die richtige Temperatur erreicht ist. 45 Brote wurden gleichzeitig ins Ofenloch geschoben, nach einer halben Stunde aufgefrischt und schließlich wieder heraus geholt. Passend zum Unterrichtsthema „Vom Korn zum Brot“ besuchten die Schüler der dritten Klassen der Regenbogengrundschule Westerburg das Gershasener Backes. Nach ihrem Fußmarsch wurden sie mit frischen Pausenbroten verwöhnt. Liebevoll mit 'guter' Butter und verschiedenen Sorten Marmelade bestrichen waren sie ein Genuss. Schnell waren die gut gefüllten Teller geleert. Interessiert verfolgen sie den Backvorgang und nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Abgerundet wurde der Besuch durch die Besichtigung des „Backesmuseums“, welches sich in der zweiten Etage befindet. Mit einem Kilo Brot im Gepäck machten sie sich schließlich wieder auf den Rückweg.