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Neue Wohnstätte für Menschen mit einer Beeinträchtigung PDF Drucken E-Mail

Behindertenverein 03.2014.01Ehemaliges Katasteramt in Westerburg wird umgebaut 

Das ehemalige Katasteramt in der Bahnhofstraße in Westerburg soll zu einer Wohnstätte für erwachsene Menschen mit einer Beeinträchtigung umfunktioniert werden. Bauherr ist der Verein für Behindertenarbeit e.V., der seit mehr als 30 Jahren für erwachsene Menschen mit geistigen, körperlichen oder mehrfachen Beeinträchtigungen dezentrale, familiennahe Wohn- und Förderangebote im Westerwaldkreis schafft.

Nachdem die Montessori-Schule Westerwald ihren Umzug vom ehemaligen Katasteramt in den Wäller-Park vollzogen hatte, erwarb der Verein für Behindertenarbeit e.V.  das Gebäude. Die Verantwortlichen sahen bei guter Bausubstanz, zentraler Lage und den fußläufig erreichbaren Geschäften, Apotheken, Ärzten und auch Verkehrsanbindungen eine ideale Möglichkeit der Standortentwicklung. Auf Einladung der Vereinsvorsitzenden Thea Orthey und Geschäftsführer Winfried Weber informierte sich jetzt Stadtbürgermeister Ralf Seekatz vor Ort über das geplante Vorhaben und den Stand der aufwendigen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen. Wie zu erfahren war, wurden bereits Anfang 2012 erste Konzepte mit dem Sozialministerium, dem Westerwaldkreis und der Beratungs- und Prüfbehörde abgestimmt. Alle Beteiligten bestätigten übereinstimmend die Sinnhaftigkeit einer Wohnnutzung. Im Frühjahr 2013 setzte sich das Architekturbüro Schäfer aus Westerburg bei einem Ideenwettbewerb mit einem Entwurf durch, der die im Raumprogramm dargestellten Erwartungen voll erfüllte. So nahmen auch die Architekten Nicola und Thomas Schäfer sowie Wolfgang Kraus als Bauleiter am Termin teil und standen Stadtbürgermeister Seekatz gern Rede und Antwort.

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Stadtbürgermeister Ralf Seekatz (2.v.li.)  lässt sich von Geschäftsführer Winfried Weber und der Vereinsvorsitzenden Thea Orthey sowie Architektin Nicola Schäfer über die geplanten Baumaßnahmen im ehemaligen Katasteramt Westerburg informieren

Wie Nicola Schäfer während des Rundgangs durch die Räumlichkeiten erläuterte, sollen hier in etwa einem Jahr 22 Dauerwohnplätze und zwei Kurzzeitwohnplätze zur Verfügung stehen. Diese verteilen sich auf Erdgeschoss und erstes Obergeschoss, wo es je eine Hausgemeinschaft geben soll. Von Vorteil sind die bereits vorhandenen breiten Flure, die dann in den rollstuhlgerechten Wohnungen ein Höchstmaß an Selbstständigkeit bieten. Im Keller soll mit Anbindung an die äußeren Verkehrsflächen der Bau einer Gemeinschaftsküche in die Tat umgesetzt werden.  „Von hier aus möchten wir dann auch die Versorgung der Einrichtungen der GFB in Hachenburg sowie der Außenstelle ‚Alte Gendarmerie‘ in Rennerod mit Mittagessen sicherstellen“, so Weber. Das geräumige Untergeschoss biete überdies genügend Platz für eine Trainingswohneinheit mit vier Plätzen, wobei das Thema „Lebendige Mitte“ eine große Rolle spiele. Das große Dachgeschoss soll mit neun Dachgauben aufgewertet werden. Hier seien neben Appartements (optional) und Personalräumen auch ein großer Gemeinschaftsraum geplant, wo die Gemeinschaft bei Feierlichkeiten wie Geburtstagen gepflegt werden könne. „Es freut mich sehr, dass hier wieder Leben einzieht“, äußerte sich Stadtbürgermeister Ralf Seekatz, der zur Nachbarschaft gehört. Er zeigte sich beeindruckt von den schönen, großen Räumen und der alten Bausubstanz des Gebäudes, welches Mitte der 1930er Jahre für Vermessungszwecke errichtet wurde. Dazu gehört auch die alte Holztreppe, die bald wieder in neuem Glanz erstrahlt. Um barrierefreies Wohnen zu gewährleisten, soll auch ein Aufzug eingebaut werden. Insgesamt bietet das alte Katasteramt rund 1.400 Quadratmeter Nutzfläche. Zum Hof hin sollen großzügige Balkone entstehen, so dass die Besonnung, die bei schönem Wetter den ganzen Tag über gewährleistet ist, von den Bewohnern genutzt werden kann.  Auf dem rund 1.300 Quadratmeter großen Außengelände sollen neben Außenterrasse und Grünflächen auch 14 Parkplätze entstehen. Zur Stärkung der regionalen Wirtschaft werden heimische Handwerker für die verschiedenen Gewerke beauftragt. Grund für Kauf und Umbau in Westerburg sei unter anderem auch, dass das „Alte Kurhaus“ in Seck nicht mehr den Anforderungen in Bezug auf Barrierefreiheit und Integration entspreche. „Mit der Verwirklichung der Pläne im Alten Katasteramt stellt die GFB rechtzeitig die Weichen für die Zukunft“, sind sich Thea Orthey und Winfried Weber einig. Die Baukosten belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro. 100.000 Euro sind beantragt bei der Aktion Mensch, weitere 160.000 Euro plant der Verein an Eigenmitteln einzubringen. Erhebliche finanzielle Anstrengungen werden auch die spätere Einrichtung und Ausstattung des Hauses erfordern. Durch Spenden an den Verein für Behindertenarbeit e.V. können sich Bürgerinnen und Bürger der Region an der Finanzierung beteiligen (Spendenkonto s.u.) Hintergrund: Der Verein für Behindertenarbeit e. V. hat vor über 20 Jahren mit der Gründung des Betreuten Wohnens für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung in der Bahnhofstraße in Westerburg Pionierarbeit in Rheinland-Pfalz geleistet. Neue Wege gehen,  dies ist auch nach 30 Jahren das aktuelle Motto des Vereins für Behindertenarbeit e. V. Am 28. November 1982 auf Initiative von Winfried und Brunhilde Weber und sechs weiteren Mitstreitern gegründet, stehen heute 140 Mitglieder hinter der Idee, erwachsenen Menschen mit einer Beeinträchtigung ein ‚normales‘ Leben zu ermöglichen.  ‚Normal‘ heißt: Teilhabe am sozialen Leben und Integration in die Gemeinschaft. ‚Normal‘ heißt auch: kleinräumige, gemeindeintegrierte Angebote, um die Anbindung an das gewohnte soziale Umfeld zu erhalten. In der Region des oberen Westerwaldkreises bietet der Verein mit seinen Tochtergesellschaften, der gemeinnützigen Gesellschaft für Behindertenarbeit, GFB gGmbH, die später das Haus betreiben wird, sowie der Hachenburger Servicegesellschaft HSG gGmbH eine breite Palette von Förderangeboten. Einschließlich der Bereitstellung der notwendigen Antibiotika, die nebenwirkungen zithromax verursachen keine. Vom Stationären Wohnen mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung über Ambulant Betreutes Wohnen mit und ohne begleitendes Persönliches Budget und die Teilstationäre Betreuung und Förderung von Menschen mit schwersten und Mehrfach-Beeinträchtigungen bis zur Teilnahme am sog. ersten Arbeitsmarkt durch die HSG – kompetente und an den Bedürfnissen von beeinträchtigten Menschen orientierte Dienstleistungen waren und sind für den Vereins stets Herausforderung und Verpflichtung. Getragen wird die Arbeit durch eine Vielzahl von kompetenten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Einrichtungen und Diensten sowie von ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern in ganz unterschiedlichen Funktionen. Getragen wird die Arbeit aber auch von dem großen Vertrauen, welches dem Verein von den mit einer Beeinträchtigung betroffenen Menschen sowie ihren Angehörigen und gesetzlichen Betreuern sowie Sozialverwaltungen und Behörden entgegengebracht wird. Der Verein für Behindertenarbeit e.V. sowie seine  Tochtergesellschaften sind Mitglieder im PARITÄTISCHEN Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland. Weitere Infos unter: www.gfb-hachenburg.de

Spendenkonto: Kreissparkasse Westerwald BLZ 570 510 01 Konto-Nr: 3092111 IBAN: DE40 5705 1001 0003 0921 11 BIC: MALADE 51BMB