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„Vorsicht Mensch! – Kunst macht sichtbar“ PDF Drucken E-Mail

Ausstellung in der Stadthalle Westerburg - An ermordete Schülerinnen gedenken

Am 9. Oktober 2014 jährt sich das grausame Verbrechen an den beiden 16-jährigen Schülerinnen zum 20zigsten Mal. Die Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V. und die Jugendpflege Westerburg, möchte vom 9. bis zum 19. Oktober 2014 im Foyer der Stadthalle in Westerburg mit der Ausstellung „Vorsicht Mensch! – Kunst macht sichtbar“ der Opfer gedenken.

 Im Herbst 1994 werden im Raum Limburg an der Lahn zwei 16-jährige Schülerinnen vermisst. Einige Tage später findet ein Waldarbeiter ihre Leichen in einem Waldstück. Trotz umfangreicher Ermittlungen, kann das Verbrechen zunächst nicht aufgeklärt werden. Erst sieben Jahre später scheint durch eine verbesserte Spurenauswertung (DNA-Analyse), eine weiße Socke den Ermittlern den entscheidenden Hinweis zu liefern. Der Tat überführt wurde schließlich ein Ehepaar aus Westerburg, in deren Wohnung die Mädchen gequält und umgebracht wurden.

Hintergrund der Ausstellung

Die Karlsruher Künstler Georg Schweitzer und Nadja Stemmer haben dieses Thema gemeinsam mit Johannes Heibel, dem Vorsitzenden der Initiative gegen Gewalt, umgesetzt. Es entstand zunächst ein Kinderspielhaus, auf dem der Brief eines 9-jährigen Mädchens an seine Mutter zu lesen ist, eingefräst in die Holz-Bretter des Häuschens, abgedruckt auf Kinderbett-Matratzen. Das Mädchen war Opfer desselben Täterpaars. Obwohl die Tat im Brief an die Mutter nur kurz erwähnt wird, spiegelt der Kommunikationsversuch großen Mut und Hoffnung wider. Das Kind will in eine intakte Welt zurück. Die Kinderbettmatratzen, auf denen der gesamte Brief und die Illustration abgedruckt sind, übernehmen die Position der Eisschollen im Friedrich-Gemälde. Die zweite künstlerische Arbeit ist die „Hör-Station“. Auch hier passiert etwas rund ums Haus bzw. im Haus. Der Ausstellungsbesucher hat die Möglichkeit, durch die Wahl eines Klingelknopfes, wie er sich an jedem gewöhnlichen Wohnhaus befindet, eine Original-Stellungnahme der Beteiligten zum oben genannten Fall zu hören. Auf den Außenseiten dieses Gebäudes schreiben Hunderte von Metallnägeln die Worte „Angst“ und „Rache“. Schmerz, Wut und „kleine, geschlagene Köpfe“ versuchen auszudrücken, was längst hätte gesagt werden müssen.

Schirmherr der Ausstellung ist Dr. h.c. Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D., Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie.

Die Eröffnung der Ausstellung

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 9. Oktober um 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) im Erdgeschoss des Foyers der Stadthalle in Westerburg statt. Die Stadtbeigeordnete Gabriele Frenz-Ferger wird gemeinsam mit Johannes Heibel die Ausstellung eröffnen. Bei freiem Eintritt sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlichst eingeladen.

Öffnungszeiten der Ausstellung vom 10 bis zum 19. Oktober 2014: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 14 Uhr und von 17 - 20 Uhr Gruppenführungen durch die Ausstellung nach vorheriger Rücksprache mit Veranstalter möglich!

Veranstalter Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V. Ansprechpartner: Johannes Heibel • Tel.: 0 26 23 /68 39 oder 0171/186 9220 • www.initiative-gegen-gewalt.de Jugendpflege Westerburg Ansprechpartner: Joachim Wirth • Tel.: 02663/291-340 oder 0170/756 1286