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Buchpräsentation im Westerburger Ratssaal PDF Drucken E-Mail

Maria Meurer„Tod in Dachau“ wird offiziell vorgestellt – Die Laudatio hält Ingrid Matthäus-Maier  

Über viele Jahre ist die ehemalige Stadtarchivarin Maria Meurer den Spuren von Albert Wengenroth gefolgt. Die Ergebnisse dieser aufwendigen Forschungsarbeit sind in ein Buch eingeflossen, das unter dem Titel „Tod in Dachau“ am Montag, 3. November in Westerburg vorgestellt wird. Die Laudatio im Ratssaal wird Ingrid Matthäus-Maier halten. Die Buchpräsentation beginnt um 19 Uhr. Interessierte Besucher sind herzlich eingeladen. Ein Eintritt wird nicht erhoben.

Die Autorin Maria Meurer, in der Stadt wegen ihrer Tätigkeit als Stadtarchivarin bestens bekannt, ist den Spuren eines Mannes gefolgt, der im Januar 1945 im KZ Dachau zu Tode kam. Nachdem bereits im Rahmen der Ausstellung „Namen statt Nummern“ im Jahre 2009 einiges zu Wengenroth bekannt wurde, hat sie danach – zusammen mit Burkhard Kniese – weiter geforscht und viele bisher unbekannte Fakten und Dokumente zum Vorschein gebracht. Alles nachzulesen in ihrem Buch „Tod in Dachau“.

Ein Vorwort hat Westerburgs Stadtbürgermeister Ralf Seekatz (MdL) verfasst, der an diesem Abend auch die Begrüßung übernimmt. Anschließend wird die Autorin in ihr Buch einführen. Meurer zeigt auf, wie sich die Recherchen gestalteten und liest auch entsprechende Auszüge aus „Tod in Dachau“ vor. Die Laudatio hält die bekannte SPD Politikerin Ingrid Matthäus-Maier. Das Buch wird herausgegeben von der Schreibwerkstatt SCHRIFT:gut (Westernohe), für die Wolfgang Gerz (Oberrod) kurze Anmerkungen zum Thema einfließen lässt. Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgt Sarah Rittweger (Irmtraut). Interessierte Besucher sind herzlich willkommen. Ein Eintritt wird nicht erhoben. Nach dem offiziellen Teil ist Gelegenheit bei kleinen Speisen und Getränken zu Gesprächen und Diskussionen.

Lieblingsfach: Geschichte

Die Autorin Maria Meurer wurde 1943 in Thalheim (Kreis Limburg-Weilburg) geboren. Sie besuchte das Gymnasium in Hadamar und legte dort 1963 ihr Abitur ab. Schon damals nannte sie Geschichte als ihr Lieblingsfach. Nach der Schulzeit durchlief Meurer eine Verwaltungsausbildung bei der Bundeswehr und hielt den Streitkräften bis zu ihrer Pensionierung 2008 auch die Treue.

Maria Meurer

Als Oberamtsrätin war sie überwiegend mit Finanz- und Haushaltsaufgaben beschäftigt. Sie ist schon viele Jahre in Westerburg wohnhaft, wo sie sich im Ruhestand vor allem um eine lokale Aufarbeitung der NS-Gewaltherrschaft bemüht. Neben der Person Wengenroth forscht sie zurzeit intensiv zu den jüdischen Familien ihrer Heimatstadt.    

Ingrid Matthäus-Maier ist die Vorsitzende des Kuratoriums der Friedrich-Ebert-Stiftung. Besser bekannt ist jedoch vielen als Politikern. 23 Jahre gehörte sie dem Deutschen Bundestag an. Von 1979 bis 1982 fungierte sie als Vorsitzende des Finanzausschusses und von 1988 bis 1999 war sie stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion. Heute noch ist sie Präsidentin der Vereinigung ehemaliger Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments e.V.. Ihre Laudatio hat sie unter die Überschrift gestellt: "Gegen Vergessen: Gedenken als Mahnung und Verpflichtung für uns Lebende".

Ingrid Matthaeus-Maier

Zu dem Buch über Albert Wengenroth schreibt sie im Vorfeld: Frieden und Freiheit, Demokratie und Menschenrechte sind nicht so selbstverständlich, wie wir sie heute empfinden. Sie mussten und müssen immer wieder erkämpft und verteidigt werden. Das Gedenken an die, die im Kampf für diese Werte große und größte Opfer gebracht haben, ist zugleich eine Mahnung, ihrem Vorbild folgend diese Errungenschaften entschlossen zu verteidigen, nicht nur gegen ihre erklärten Gegner, sondern auch gegen Geringschätzung und Gleichgültigkeit derer, die sie allzu selbstverständlich in Anspruch nehmen.

Albert Wengenroth wirkte kommunalpolitisch in der Stadt Westerburg und war auf Kreisebene für die SPD aktiv. Noch bei den Wahlen 1933 kandidierte er für den Kreistag. Zudem war er als Bahnbeamter gewerkschaftlich stark engagiert. Nach dem gescheiterten Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er verhaftet und in das KZ Dachau eingeliefert. Dort ist er 1945 verstorben. In seiner Heimatstadt Westerburg ist eine Straße nach ihm benannt. (Wolfgang Gerz)