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Julia Klöckner sprach beim Neujahrsempfang PDF Drucken E-Mail

Zu einem gesellschaftlichen Ereignis haben sich die Neujahrsempfänge der CDU Westerburg entwickelt. Mit Spannung wurde in diesem Jahr die Rede von MdB und Staatssekretärin Julia Klöckner erwartet, die traditionell unter dem Motto "Vom Geist der Zeit" stand.

WESTERBURG. Spaß und Freude an der Politik, an klaren Positionen und genauem Hinhören: Selbstbewusst, charmant und elegant gekleidet, vermittelte MdB Julia Klöckner diese Prämissen einer erfolgreichen Politikerin beim Neujahresempfang der CDU Westerburg. "Ich habe Lust, nach Rheinland-Pfalz zurückzukommen", bekannte sie klipp und klar mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen 2011. "Sie haben gesagt, dass es mein Traumjob ist, Staatssekretärin im Bundesagrarministerium zu sein", wandte sie sich an Dr. Stephan Krempel, der stilvoll und mit Humor alle Gäste zu Beginn der Veranstaltung begrüßt und die Referentin vorgestellt hatte. "Das stimmt - bis zur nächsten Etappe!", so die am 16. Dezember 1972 in Bad Kreuznach geborene Gastrednerin.

Mit ihrer Rede, die sie mit vielen Beispielen aus dem Alltag und ihrer politischen Praxis (schlagfertig) würzte, dabei eine bildhafte Sprache nutzend, die ihre Thesen auf den Punkt brachten, fand sie schnell die Sympathie ihrer Zuhörer - darunter MdB Joachim Hörster, den als "Ehrenbürger des Westerwaldkreises" begrüßten Landrat a. D. Peter Paul Weinert, seinen Nachfolger Achim Schwickert, CDU-Ehrenvorsitzenden Gerhard Krempel sowie zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens. "Man hat nur dann eine Chance, wenn man nah bei den Leut ist"", erklärte Klöckner, die sich in ihrer Rede immer wieder an ihre Zuhörer wandte, einzelne konkret ansprach und Blickkontakt suchte. Die Armbanduhr in der linken Hand oder auf dem Rednerpult, hielt sie das Versprechen ein, sich knapp zu fassen und dabei die Grundlagen der CDU zu definieren, "um zu zeigen, dass auch den tagespolitischen Entscheidungen ein ,schwarzer Faden"" zugrunde liegen müsse. Dabei definierte sie drei Grundsäulen der christlichen Soziallehre: Personalität (ein klares Bekenntnis zur Unterschiedlichkeit des Menschen), Subsidiarität (die Eigenverantwortung vor Ort stärken), Solidarität (als Hilfe zur Selbsthilfe).

Zeit, um mit den Gästen des Neujahrsempfangs (nach dem offiziellen Teil) ins Gespräch zu kommen, blieb Klöckner nicht, da schon der nächste Termin auf sie wartete. Aus Westerburg nahm sie auch den Appell von MdL und Stadtbürgermeister Ralf Seekatz mit, der in seiner Ansprache dazu aufgefordert hatte, sich dafür einzusetzen, das Finanzverteilungssystem zwischen Bund und Kommunen zu verändern ("Die Gemeinden und Städte bluten aus").

Maß zu halten und in Bildung zu investieren, diese Schwerpunkte nannte Landrat Achim Schwickert. Zum gemütlichen Teil leitete mit herzlichen Worten Burkhard Wüst (Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion) über, der sich bei allen Mitwirkenden bedankte - insbesondere auch bei den schwungvoll musizierenden "Flyings Saxes" (Leitung Jutta Schmale) sowie dem glanzvoll-kräftigen Tenor Gerhard Brückel, der kongenial durch Musikdirektor Hubertus Weimer begleitet wurde.

Angela Baumeier
Westerwälder Zeitung vom Montag, 18. Januar 2010, Seite 14.