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Der TTC Sainscheid spendete der Stadt Westerburg eine neue Tischtennisplatte PDF Drucken E-Mail

Sainscheid TTC 05.2015.1Der Tischtennis-Club (TTC) Sainscheid spendete der Stadt Westerburg kürzlich eine neue, sehr hochwertige Tischtennisplatte, die auf dem Festplatz neben dem Naturnahen Abenteuerspielplatz im Westerburger Stadtteil Sainscheid aufgestellt wurde und so jederzeit genutzt werden kann. Stadtbürgermeister Ralf Seekatz sprach dem Vereinsvorsitzenden Rainer Jung und Geschäftsführer Udo Hofmann für die außergewöhnliche Spende seinen herzlichen Dank aus.

Wie vom Vorsitzenden Rainer Jung zu erfahren war, kann der TTC Sainscheid auf eine fast 50 jährige, erfolgreiche Vereinsgeschichte zurückblicken. Leider habe in den vergangenen Jahren das Interesse so sehr nachgelassen, dass der Verein jetzt kurz vor der Auflösung stehe. „Wir möchten den Kinder, Jugendlichen und auch Erwachsenen aus Sainscheid und Umgebung aber auch den Nutzern des Rad- und Wanderweges hiermit die Möglichkeit geben, mit Gleichgesinnten Tischtennis zu spielen“, so Jung. Vielleicht könne sich so der ein oder andere Nutzer für das sportliche Hobby begeistern. „Im besten Falle kann der TTC so wieder neue Mitglieder gewinnen“, äußerte Jung die Hoffnung des Vorstands.

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Stadtbürgermeister Ralf Seekatz (von links) sprach Geschäftsführer Udo Hofmann und dem Vereinsvorsitzenden Rainer Jung für die vom TTC gespendete hochwertige Tischtennisplatte seinen herzlichen Dank aus.

Wie er weiter berichtete, ruht bereits seit Mai 2013 der aktive Spielbetrieb im TTC. Grund hierfür war, dass damals nicht mehr genügend aktive Spieler zur Verfügung standen. Bis zu diesem Zeitpunkt war nur noch eine Seniorenmannschaft zum Spielbetrieb beim Tischtennisverband gemeldet. Diese Mannschaft spielte zwar engagiert und erfolgreich, wegen Umzug und aus beruflichen Gründen konnten die aktiven Spieler jedoch nicht mehr gemeinsam trainieren und regelmäßig an den Meisterschaftsrunden teilnehmen. „Diese Entwicklung kam jedoch nicht überraschend, denn schon mehr als 10 Jahre konnten keine neuen Spieler mehr gewonnen werden und auch die Kinder und Jugendlichen waren nicht mehr wie früher für den Tischtennissport zu begeistern“, berichtet Jung.

Das sei sehr schade, schließlich könne der Verein auf eine 50 Jahre erfolgreiche Vereinsgeschichte zurückblicken. Nach der Vereinsgründung im Jahr 1962 wurde die erste Herrenmannschaft für den Spielbetrieb gemeldet. Weil der Tischtennissport im Dorfverein immer beliebter wurde, wurde 1966 auch eine Jugendmannschaft ins Leben gerufen. In den umliegenden Ortschaften merkte man schnell, dass sich der erste Vorsitzende Berthold Jung sehr für seinen Tischtennisverein engagierte. So konnten auch einige gute Spieler aus den Nachbargemeinden für den jungen Verein gewonnen werden. Bald wurden deshalb eine zweite Mannschaft und darauf sogar eine dritte Seniorenmannschaft zur Meisterschaftsrunde gemeldet.

Sainscheid TTC Ehrung

Die ersten großen sportlichen Erfolge stellten sich schnell ein. Schon im Jahr 1970 konnte die erste Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga und den Gewinn des Bezirksklassenpokals feiern. Für einen kleinen Dorfverein hatte man ein erstaunliches sportliches Niveau erreicht, das über einen langen Zeitraum gehalten werden konnte. Grundlage dafür war eine erfolgreiche Jugendarbeit. So nahmen über viele Jahre hinweg immer mehrere Jugend-, Schüler- und Schülerinnenmannschaften am Spielbetrieb teil. In seiner Glanzzeit war der TTC Sainscheid mit 112 Mitgliedern der größte Verein des Ortes und beteiligte sich an vielen kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen.

Sainscheid TTC Mannschaftsfoto

Seit 1986 besteht eine Sportpartnerschaft mit dem Tischtennisverein von Le Cateau/Frankreich, der Partnerstadt von Westerburg. Die Tischtennisaktiven, ihre Familien und viele Jugendliche der beiden Partnervereine fuhren im Wechsel jedes Jahr einmal mit dem Bus nach Le Cateau bzw. nach Sainscheid. In sportlichen Wettkämpfen und auf großen Festen wurden die sportlichen und kameradschaftlichen Beziehungen gepflegt und vertieft. „Leider ist diese Vereinspartnerschaft mit Le Cateau seit einigen Jahren eingeschlafen, weil bei der jüngeren Generation das Interesse nachließ. Doch einige ältere Familien pflegen diese Freundschaft auf privater Ebene bis heute noch“, erzählt Rainer Jung weiter. Mangelndes Interesse führte schließlich dazu, dass sich der Verein im Jahre 2013 vom aktiven Spielbetrieb abmeldete und die Auflösung des Tischtennisvereins ein viel diskutiertes Thema wurde.

Vor diesem Hintergrund entschloss sich dann der neue Vorsitzende Rainer Jung mit einem neuen Vorstand die Vereinsauflösung zu verhindern. Mit einem neuen Konzept wollte er das Vereinsleben noch möglichst lange aufrecht erhalten, damit bei entsprechendem Interesse der Spielbetrieb mit Kindern und Jugendlichen wieder aufgenommen werden könne. Bei den Vereinsaktivitäten wurde deshalb besonderer Wert auf die „Pflege“ der verbliebenen Vereinsmitglieder gelegt (Vereinsfeiern). Auf diese Weise sollte den Mitgliedern das Gefühl vermittelt werden, dass der traditionsreiche Verein nach wie vor noch „lebt“. Die geplanten sportlichen Aktivitäten wie ein „Schnupperturnier“ für Kinder konnten auch leider deshalb nicht verwirklicht werden, weil ehemalige aktive Spieler aus beruflichen oder privaten Gründen nicht mithelfen konnten. Aber auch bei dem potenziellen Nachwuchs war im Dorf kein Interesse am Tischtennissport erkennbar.

Im Rahmen der offiziellen Übergabe der neuen Tischtennisplatte an die Stadt Westerburg sprach Rainer Jung Bürgermeister Seekatz seinen besonderer Dank dafür aus, dass er dem Verein unbürokratisch den Stellplatz für die Betontischtennisplatte zur Verfügung stellte und für die Errichtung der notwendigen Fundamente durch den städtischen Bauhof sorgte.