Meine sehr verehrten Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Wbg. Patenschaft Bundeswehr Rathaus Ratssaal 02 2020.1 v2die aktuelle Situation und der Kampf gegen die Corona Pandemie stellt uns vor eine Ausnahmesituation, die wir uns vor wenigen Tagen in unserem Land noch nicht vorstellen konnten. Gerade für meine Generation, die in einem vereinten Europa und einer vernetzten Weltgemeinschaft aufgewachsen ist, waren Reisebeschränkungen, Schließungen von Geschäften oder die behördlich angeordnete Aussetzung

von Vereinstätigkeiten nicht vorstellbar. Seit der Ankündigung der Bundes- und Landesregierungen am Montag, den 16.03.2020 sind viele dieser Maßnahmen zur Eindämmung des Virus Realität geworden.

Als Stadt und Ortsgemeinde haben wir aktuell nur einen begrenzten Handlungsspielraum. Die übergeordneten Behörden auf Bundes- und Landesebene koordinieren die entsprechenden Maßnahmen. Die Umsetzung erfolgt größtenteils bei den Kreis- und Verbandsgemeindeverwaltungen. Dies ist in einer solchen Ausnahmesituation auch das erforderliche Vorgehen, um schnell und umfassend reagieren zu können. Aktuelle Information gibt es daher über die Internetseiten der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises und der Verbandsgemeinde Westerburg. Ich möchte mich allerdings mit drei Bitten an Sie wenden: In dieser Lage möchte ich Sie bitten, den behördlichen Anordnungen Folge zu leisten.

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Die daraus resultierenden, teilweise sehr einschränkenden Maßnahmen dienen zur Eingrenzung des Virus sowie zur Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung aller Infizierten und somit letztlich auch zur zeitlich Begrenzung dieser in der Nachkriegszeit einmaligen Ausnahmesituation. Dabei sind die Behörden auch in dieser Situation dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verpflichtet, insbesondere bei der Dauer der angeordneten Maßnahmen. Auch wenn es nach heutigem Stand so erscheint, dass die Infektion bei dem Großteil der Betroffenen nur mit leichten Symptomen verläuft, so ist es doch unser aller Pflicht, in Verantwortung für unsere älteren oder immungeschwächten Mitbürgerinnen und Mitbürger alles zu unternehmen, um die Krankheit einzudämmen.

Als Gesellschaft müssen wir diese Risikogruppen solidarisch schützen! Außerdem möchte ich Sie bitten, Ruhe zu bewahren. Die zuständigen Stellen arbeiten hart an einer Lösung der Situation, die Forschung ist dabei, möglichst viele Informationen über den Virus SARS-CoV-2 und für dessen Bekämpfung zu beschaffen. Da solche Erkenntnisse allerdings auch Zeit brauchen, um wissenschaftlich fundiert zu sein, liegt noch ein gewisses Maß an Unsicherheit vor. Dies wird leider zur Zeit von vielen Falschmeldungen und Verschwörungstheorien gefüllt, welche wiederum durch die sozialen Medien potenziert werden. Bitte informieren Sie sich daher über die offiziellen Veröffentlichungen der Bundes- und Landesregierungen, der Kreisverwaltung oder des Robert-Koch-Institutes und beteiligen Sie sich nicht am Schüren von Ängsten durch das Weiterleiten von Falschmeldungen.

Die aktuelle Krise wird durch das Verbreiten von Panik verschärft. Ebenso sind Hamsterkäufe oder das Horten von Bargeld unsozial und unnötig. Die Versorgungslage ist sichergestellt! Zum Schluss möchte ich Sie bitten, sich nach dem Ende der Corona Krise wieder in unser gesellschaftliches Leben einzubringen. Die Schließung der Einzelhandelsgeschäfte außerhalb der Grundversorgung, die Einschränkung der gastronomischen Betriebe, die Schließung der Dorfgemeinschaftshäuser, Spielplätze, Sportstätten und Kindergärten (außerhalb der Notbetreuung) sowie die Einstellung aller Vereinsaktivitäten betrifft beinahe alles, was das gesellschaftliche Leben in unserer Stadt so lebenswert macht.

Für die Genannten sind die Schließungsmaßnahmen wie für viele Unternehmen - vom Kleinstunternehmen bis zum DAX-Konzern – existenzbedrohend. Auch für die Beschäftigten, die vielleicht auch schon von Kurzarbeitergeld betroffen sind, ist es eine sehr ernste Situation. Wichtig ist, dass wir das öffentliche Leben in unseren Gemeinden nach dem Ende der Corona-Pandemie wieder aufleben lassen und die besonders notleidenden Branchen wie den örtlichen Einzelhandel oder die Gastronomie vor Ort unterstützen, dort einkaufen und einkehren. Dies hilft letztendlich der gesamten Wirtschaft.

Gehen Sie nach der Entwarnung durch die Behörden auch wieder rege dem Vereinsleben nach und besuchen Sie wieder Kultur- und Sportveranstaltungen. Unser reichhaltiges Westerburger Vereinsleben hat es verdient, nach der Krise wiederaufzuleben. Vielleicht lernen wir das, worauf wir nun verzichten müssen, auch nach der Zeit der Einschränkung wieder neu schätzen.

Unsere Gedanken sind bei den Erkrankten und ihren Familien, unser Dank und unsere Anerkennung bei allen, die im medizinischen Bereich, den Forschungseinrichtungen und dem öffentlichen Dienst an einer Bewältigung der Krise arbeiten. Ich wünsche Ihnen, verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, für die uns bevorstehenden Wochen viel Kraft und Disziplin, vor allem aber wünsche ich Ihnen Gesundheit!

Janick Pape

Bürgermeister der Stadt Westerburg


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