Die Westerburger Kirmes kann 2020 nicht wie geplant stattfinden

Kirmesgesellschaft und Stadt denken über eine Ersatzveranstaltung nachWbg. Kirmes Ersatz 05 2020.1 v1

Wer hätte in den vergangenen 63 Jahren daran gedacht, dass die Westerburger Kirmes einmal nicht am ersten August-Wochenende bei meist strahlendem Sonnenschein stattfinden würde - und das wegen Corona. Corona hat für die älteren Bürger aus der Region noch eine ganz andere Bedeutung. Sie denken

dabei ein ehemaliges Westerburger Café am Alten Markt: das Café-Corona, das für alle Generationen ein beliebter Treffpunkt war. Doch jetzt gibt es einen Virus, der diesen Namen trägt und der das ganze Leben durcheinander und sogar zum Erliegen bringt. Hiervon bleibt auch die Westerburger Kirmes, die sich im Laufe der Jahre den Bedürfnissen der Besuchern angepasst hat, in diesem Jahr nicht verschont. Viele Westerburger Bürger erinnern sich in diesem Zusammenhang sicherlich noch an die vielen Jahre, in denen das Kirchweihfest in der alten Stadthalle gefeiert wurde, die sich im Laufe der Kirmestage zu einem wahren Brutkasten entwickelte.

Seit einigen Jahren stellt die Stadt Westerburg der Kirmesgesellschaft den Rathausplatz mit dem dazugehörenden Ratssaal am ersten August-Wochenende zur Verfügung. Seitdem hat sich das Fest zu einem Höhepunkt im Westerburger Veranstaltungsreigen eines jeden Jahres entwickelt. Hierauf sind neben der Kirmesgesellschaft als Ausrichter natürlich auch die Stadt Westerburg und die Bürgerschaft sehr stolz. Die aktiven Mitglieder der Kirmesgesellschaft Westerburg haben im Laufe der Jahre in mühevoller und zeitintensiver Fleißarbeit der Kirmes ein Alleinstellungsmerkmal verliehen, das sich sehen lassen kann.

Die Ausgestaltung wurde immer perfekter, insbesondere auch durch die Unterstützung des Bauhofs der Stadt Westerburg. „Doch dieses Jahr macht die Corona-Pandemie einen Strich durch unser aller Rechnung“, bedauert Heiner Gertz, der neue Vorsitzende der Kirmesgesellschaft Westerburg. Dieser Tage traf er sich zusammen mit seinem Stellvertreter Michael Zimmermann sowie Schriftführerin Tamara Skopek mit Stadtbürgermeister Janick Pape, um gemeinsam zu überlegen, was dieses Jahr überhaupt möglich sein könnte. „Eine Kirmes, wie sonst üblich, ist nach heutigem Stand im August rechtlich nicht möglich. Aus diesem Grunde wurde die Kirmes bereits offiziell abgesagt. Hier blieb der Kirmesgesellschaft als Veranstalter keine andere Wahl“, bedauert Gertz.

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Die Durchführung der Westerburger Kirmes am ersten Augustwochenende in gewohnter Art und Weise erscheint in diesem Jahr auch aufgrund des einzuhaltenden Sicherheitsabstands unmöglich. Der erste Vorsitzende der Kirmesgesellschaft Heiner Gertz (links) traf sich nun mit Stadtbürgermeister Janick Pape (rechts), um Alternativen durchzusprechen.

„Mit der Ankündigung von Bund und Ländern, dass Großveranstaltungen bis Ende August untersagt sind, war klar, dass die Kirmes nicht wie gewohnt stattfinden kann. Bereits wenige Minuten nach der Pressekonferenz der Ministerpräsidentin haben Stadt und Kirmesgesellschaft Kontakt zueinander aufgebaut, das weitere Vorgehen abgestimmt und mögliche Alternativen besprochen“, so Stadtbürgermeister Janick Pape.

Doch was wären die Alternativen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Vorstand gemeinsam mit dem Bürgermeister. Eine virtuelle Kirmes, ein Umzug am potenziellen Kirmeswochenende, alternatives Kirmesbaumstellen oder ähnliche Placebos wurden sowohl von der Kirmesgesellschaft als auch vom Stadtchef nicht befürwortet. Stattdessen soll die weitere Entwicklung im Zusammenhang mit dem Corona-Virus abgewartet werden. Vom Vorstand der Kirmesgesellschaft und dem Stadtchef wurde eine Belebung der Westerburger Plätze an einem Wochenende im September ins Auge gefasst.

„Das hätte dann auch den Vorteil, dass sich größere Menschenansammlungen von mehreren hundert Personen besser entzerren und sich Hygienekonzepte besser umsetzen ließen. Alles selbstverständlich unter genauster Beobachtung und fortlaufender Bewertung der Infektionsentwicklungen“, fügt Bürgermeister Pape hinzu. Verschiedene Ideen und Anregungen wurden durchgesprochen und notiert. Unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Lage wollen der Vorstand und der Stadtbürgermeister in Kontakt bleiben, um dann kurzfristig dieses Vorhaben auf die Beine zu stellen.


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