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Traditionsraum beherbergt die Geschichte der Bundeswehr in Westerburg

Bürgermeister von Stadt und Verbandsgemeinde möchten Erhaltung unterstützenWbg Stadt Traditionsraum 02 2021.01 v1

Als sich am 31. Dezember 2006 die letzten Soldaten aus Westerburg verabschiedeten, ging eine mehr als 40-jährige Epoche der Bundeswehr in der Stadt Westerburg zu Ende. Ehemalige Soldaten und Veteranen des ehemaligen Panzerbataillons 154 haben in enger Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Westerburg zur Erinnerung an die Garnison Westerburg in der

Jahnstrasse 22, in den oberen Räumen der VG-Werke, einen Traditionsraum eingerichtet. Dass die Erinnerungsstücke und Dokumente auch für die nächsten Generationen erhalten bleiben müssen, dafür sprachen sich jetzt sowohl Stadtbürgermeister Janick Pape als auch VG-Bürgermeister Markus Hof aus.

Schriftstücke neu gesichtet und zusammen gestellt
Seit 2019 ist Willi Mayer aus Gemünden Ansprechpartner für den Traditionsraum. Seitdem kümmert er sich - mit Unterstützung einiger ehemaliger Soldaten und Veteranen - um die umfangreiche Ausstellung, die einem kleinen Museum gleicht. Insbesondere mit der Sichtung der Dokumente befasste sich der 62-Jährige sehr zeitintensiv. „Ich habe über sechs Monate hinweg Schriftstücke gesichtet und jahrgangsweise zusammengestellt. Dadurch kann jeder ehemalige Soldat gezielt nach Schriftstücken und Bildern seiner Dienstzeit suchen, berichtete er dieser Tage Stadtbürgermeister Janick Pape, der sich ebenso wie VG-Bürgermeister Markus Hof vor Ort über den Raum und die Hintergründe informierte.

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Zur Seite stehen Willi Mayer unter anderem Erwin Mundt aus Kaden und Klaus Skowronek aus dem Westerburger Stadtteil Sainscheid. Die drei ehemaligen Soldaten haben viel über das Kasernenleben zu erzählen. Doch auch die umfangreiche Präsentation im Traditionsraum lässt Erinnerungen wach werden. Schließlich zeugen die dort ausgestellten Gegenstände von Begegnungen, besonderen Ereignissen, Wettkämpfen, Patenschaften und somit der Geschichte der Wäller-Kaserne.
Auf mehr als 50 Quadratmetern finden sich zahlreiche Exponate wie Urkunden, Pokale, Fahnen, Wappen und ein ganzer Schrank voller Ordner mit der Chronik. Bei den rund 20.000 Blatt Papier handelt es sich um Schriftstücke, Zeitungsausschnitte und anderes mehr. Von den Besuchern gerne in Augenschein genommen wird die umfangreiche Bildersammlung. Auch die Bekleidung und Teile der Ausrüstung der Soldaten ist hier zu sehen. Dazu gehören Feldanzüge, Panzerkombis sowie Ausgehuniformen. Unter dem Kleiderständer stehen unter anderem Schuhe und Kampfstiefel. „Viele Sachen wurden bereits an das Militärarchiv in Freiburg weitergegeben“, war von Mayer zu erfahren.
Bürgermeister Pape zeigte sich beeindruckt von der umfangreichen Dokumentation, die ein Stück Westerburger Geschichte widerspiegelt. „Über vier Jahrzehnte hinweg war die Kaserne ein fester Bestandteil der Stadt“, weiß auch der Stadtchef.

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Stadtbürgermeister Janick Pape (rechts) ließ sich von Willi Mayer Erinnerungsstücke und Dokumente im Traditionsraum zeigen.

„Wir sind froh, dass hier die Geschichte aufbewahrt wird“, so Pape. Im Gespräch mit Willi Mayer hob er die geplante Patenschaft mit dem Sanitätsregiment 2 aus Rennerod hervor, die im März des vergangenen Jahres besiegelt werden sollte. Die Zeremonie musste allerdings aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden, soll aber schnellstmöglich nachgeholt werden. „Uns ist daran gelegen, die Tradition zu bewahren“, äußerte sich der Bürgermeister. Letztendlich ging es hier um einen Teil der reichhaltigen Westerburger Stadtgeschichte. Rund 900 Soldaten waren in der Wäller-Kaserne stationiert – einige nur im Grundwehrdienst andere als Zeit- oder gar Berufssoldat. „Viele sind hier geblieben und haben sich in der Gesellschaft, in Politik und den örtlichen Vereinen engagiert“, so Pape. Eine bleibende Erinnerung ist auch der Ehrenhain im Wäller-Park (früher Wäller-Kaserne). Bei der Pflege der kleinen Gedenkstätte unterstützt die Stadt Westerburg die ehemaligen Soldaten schon seit geraumer Zeit.

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Umfangreiche Ausstellung
In früheren Jahren war der Traditionsraum in die Kaserne integriert. „Das Führen der Chronik, das Sammeln von Gastgeschenken sowie Berichten in Zeitungen und Bundeswehrmedienen, und die entsprechende Beschriftung, dafür sorgten die Soldaten selbst“, ist von Skowronek zu erfahren. Nach der Schließung im Dezember 2006 ging dann das ganze Material nach Rennerod, bis im März 2013 der Traditionsraum in Westerburg bezogen wurde. Dieser steht allen interessierten Besuchern zur Ansicht zur Verfügung. Sitzmöglichkeiten laden zu Gesprächen und dem Stöbern in den Ordnern ein.
„Die Kosten für die Unterhaltung der Räume werden ausschließlich mit Spenden ehemaliger Soldaten finanziert“, erklärt Mayer. Diese treffen sich jeweils im September in der Stadthalle und nutzen die Gelegenheit, Erinnerungen aufzufrischen. Da es jetzt keinen Nachwuchs von jüngeren Soldatinnen und Soldaten im Traditionsverband Panzerbataillon 154 mehr gibt , machen sich die Verantwortlichen Gedanken, wie es mit dem Erhalt des Traditionsraums weitergeht.

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So wurde jetzt an die beiden Bürgermeister herangetragen, dass eine Übergabe von Unterlagen beizeiten und geplant vonstatten gehen soll. Wie das ganze umgesetzt werden kann, das soll sich in weiteren Gesprächen zeigen. „Zunächst soll eine Besprechung mit unserem Stadtarchivar Rüdiger Klees stattfinden“, kündigte Bürgermeister Pape an. „Es ist wichtig, eine Perspektive zu entwickeln“, stimmte auch VG-Bürgermeister Hof zu und merkte an: „Wir sind für alles offen“.
Die Besichtigung des Traditionsraums ist nach telefonischer Absprache möglich. Ansprechpartner ist Willi Mayer (Tel. 026 63/ 83 23). (Text und Foto: Ulrike Preis)

 

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