Sumaiya Sinhawansa unterschrieb Fördervertrag

31-Jährige möchte in der VG Westerburg als Hausärztin praktizierenWbg VG Stadt Sinhawansa Vertrag 02 2021.1 v1

Sumaiya Sinhawansa aus dem Westerburger Stadtteil Wengenroth unterschrieb dieser Tage den Vertrag zur Förderung ihres Medizinstudiums. Mit diesem Stipendium, das ihr die Verbandsgemeinde Westerburg gibt, erhält die 31-Jährige bis zum Abschluss ihrer Facharztausbildung 500 Euro monatlich. „So können Sie sich ohne große Geldsorgen intensiv auf ihr Studium

konzentrieren“, äußerte sich VG-Bürgermeister Markus Hof und gratulierte Sinhawansa zu diesem wichtigen Schritt in die berufliche Zukunft.

Unter dem Motto „Lass dich fördern – und dann lass dich nieder! Wir fördern dein Medizinstudium!“ möchte die VG Westerburg Studierenden mit dem Ziel „Facharzt für Allgemeinmedizin“ fördern. „Wer sich frühzeitig dazu entscheidet, nach dem Studium zehn Jahre als Hausärztin oder Hausarzt im Westerburger Land zu arbeiten, bekommt von uns diesen finanziellen Zuschuss“, berichtete Hof. Darüber hinaus werden die künftigen Hausärzte schon zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn sowohl von der Verbandsgemeinde als auch der Stadt unterstützt und Kontakte zu bestehenden Arztpraxen vermittelt.

„Von Seiten der Stadt Westerburg freue ich mich ganz besonderes, dass diese Förderung jetzt vergeben werden konnte. Besonders auch deshalb, da es sich hier um eine engagierte Westerburger Bürgerin handelt“, hob Stadtbürgermeister Janick Pape hervor, der auch den Kontakt zum VG-Bürgermeister hergestellt hatte. Schon lange sei die 31-Jährige im Bereich der Medizin interessiert. Dabei ging er auch auf ihre Heimatverbundenheit und ihr ehrenamtliches Engagement ein. Die künftige Hausärztin sei ein Gewinn für Westerburg und das Wäller-Land. Sein Dank galt der Verbandsgemeindeverwaltung, über die die Finanzierung läuft. „Wir freuen uns, das erste Stipendium dieser Art vergeben zu können“, betonte auch Hof. Somit seien für die 31-Jährige aktuelle Probleme gelöst und die Zukunft gesichert, sagte der VG-Bürgermeister.

Wbg VG Stadt Sinhawansa Vertrag 02 2021.1 v1

Sumaiya Sinhawansa unterschrieb im Beisein von VG-Bürgermeister Markus Hof (rechts) und Stadtbürgermeister Janick Pape (links) den Vertrag zur Förderung ihres Medizinstudiums.

Zur Person
Ihr Abitur absolvierte Sumaiya Sinhawansa 2009 am Konrad-Adenauer-Gymnasium Westerburg. „Mit einem Notendurchschnitt von 1,8 hatte ich keine Chance“, berichtete sie im Hinblick auf ein Medizinstudium, das sie eigentlich schon seinerzeit angestrebt hatte. So entschloss sie sich zu einem Bachelor-Studium für Arabistik und Biowissenschaften, letzteres im Hinblick auf ein weiteres Studium in Richtung Medizin. „Ich habe alles versucht, doch im Ausland wäre das mit noch mehr Kosten verbunden gewesen“, erzählte sie von ihren ständigen Bemühungen, doch noch zur Medizin zu wechseln.

Nachdem sie ihr erstes Studium erfolgreich mit dem Master in Asienwissenschaften mit Schwerpunkt Arabische Sprache und Translation abgeschlossen hatte, bot sich ihr die Gelegenheit, an einer Privat-Uni in Nürnberg doch noch Medizin zu studieren. „Hierbei handelt es sich um eine österreichische Uni auf Deutschem Boden. Es macht mir sehr viel Spaß“, berichtete sie über den Unterricht in relativ kleinen Gruppen, der sehr praxisorientiert sei. Auslandsaufenthalte gehören ebenso dazu wie eine Forschungsarbeit und das Ablegen des anspruchsvollen amerikanischen Staatsexamens, dem United States Medical Licensing Examination Step 1. Neben dem Facharzt für Allgemeinmedizin strebt die junge Westerburgerin noch einen zweiten Facharzt-Titel an. „Mich interessiert insbesondere die Chirurgie“, berichtete Sinhawansa. Noch liegen eineinhalb Jahre Studium und voraussichtlich acht bis zehn Jahre Weiterbildung vor ihr.

Die Medizin fasziniert sie schon von klein auf. Seit ihrem Bachelorstudium hat sie immer wieder im medizinischen Bereich (u. a. in der Pflege) gejobbt, um ihre Studienkosten zu finanzieren. „Bei meiner letzten Famulatur im Ausland, in Tansania, habe ich mich auch außerplanmäßig einem Mädchen mit einem Tumor im Gesicht angenommen, Spenden gesammelt und sie bei meinen Mediziner-Kollegen vor Ort vorgestellt. So konnte eine Diagnose gestellt und das Mädchen gerettet werden. Ihr geht es jetzt gut“, erzählte die junge Westerburgerin. In den Semesterferien oder wenn es ihr die Zeit erlaubt, dann ist sie für den „DRK-Hausnotruf“ im Einsatz. Ehrenamtliches Engagement zeigte sie auch im sozialen Bereich. So kümmerte sie sich im Westerburger Land um geflüchtete Familien, die sie in den ersten Wochen und Monaten tatkräftig unterstützte. Mit einer dieser Familien steht sie heute noch in gutem Kontakt.

Hintergrund zum Förderprojekt
„Wir sehen, was in den nächsten Jahren wegbricht“, ging Markus Hof auf das Alter der derzeitigen Ärzte in der Region ein. „Somit sehen wir einer Anstellung oder einem neuen Hausarztsitz positiv entgegen“, ergänzte Pape und führte weiter aus: „Vor gut einem Jahr haben wir mit dem Konzept begonnen. Jetzt bekommen wir schon Anfragen von Ärzten, die sich gerne in der ländlichen Region niederlassen möchten“.
Alle Details zur Vergabe von Stipendien und weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.lass-dich-nieder-westerburg.de. Interessenten können sich telefonisch melden unter 02663/291-700 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. (Text und Foto: Ulrike Preis)




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