Situation und Waldumbau im Westerburger Stadtwald

Revierleiter Thomas Schwerhoff stellte Forstwirtschaftsplan 2021 vorWbg. Stadt Forst 03 2021.1 v1

Der Westerburger Wald mit seinen 420 Hektar wird künftig anders belebt. Einen Großteil des Laubmischwaldes bestimmt nach wie vor die Buche mit rund 280 Hektar. Deren forstliche Behandlung wird nach wie vor prägend sein. „Wir werden den Fichtenbestand in unseren Wäldern dauerhaft verlieren“, bedauert Stadtbürgermeister Janick Pape. Der Fichtenanteil macht in

Westerburg rund 24 Prozent, also 97 Hektar aus.

Wiederbewaldung
Aufgrund der rasanten Zunahme der Waldschäden soll eine flächige Wiederbewaldung erfolgen. Die Stadt Westerburg hat sich in Bezug auf Waldumbau und Wiederbewaldung dazu entschieden, nach einer bestimmten Rangfolge vorzugehen. An erster Stelle steht hier die Naturverjüngung. Überdies wird eine künstliche Verjüngung mit zum Teil standortgerechten, heimischen Hauptbaumarten wie Stieleiche und Weißtanne sowie die Einbringung wärmeliebender und weniger niederschlagsbedürftiger Baumarten wie Esskastanie, Elsbeere, Walnuss und Baumhasel folgen. Als weitere Möglichkeit bietet sich die Anlage eines Vorwaldes an. Hierzu werden die Baumarten Birke, Eberesche und Erle gehören, was zu einer besseren Etablierung der später einzubringenden Haupt- und Mischbaumarten führen soll.

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Forstwirtschaftsplan
Bei der jüngsten Sitzung des Westerburger Stadtrats, die am 11. März in der Stadthalle Westerburg stattfand, stellte Revierleiter Thomas Schwerhoff den Forstwirtschaftsplan 2021 vor. Kernthema war erwartungsgemäß die Schadenssituation im Stadtwald infolge des Klimawandels und dessen Folgen. Wie er deutlich machte, ist eine grundlegende, zukunftsweisende waldbauliche Neuorientierung unumgänglich.

Schwerhoff berichtete, dass seit Beginn des Dürrejahres 2018 etwa das Fünffache des jährlich festgesetzten, nachhaltigen Hiebsatzes von rund 950 Festmeter bei der Fichte eingeschlagen worden sei. Bei der Wiederbewaldung der betroffenen Flächen setzt Schwerhoff den Schwerpunkt auf die Naturverjüngung. „Zu gewissen Anteilen erfolgte aber auch eine Aufforstung“, informierte er die anwesenden Ratsmitglieder weiter.

In den letzten drei Jahren wurde dabei hauptsächlich punktuell, also stellenweise, die Weißtanne in durch Borkenkäferbefall entstandene Bestandslücken und unter
Buchenalthölzern gepflanzt. Darüber hinaus wurden noch Laubhölzer zum künftigen Aufbau von Mischwald eingebracht. Insgesamt seien in den beiden vergangenen Jahren rund 12.000 Baum-Pflanzen gesetzt worden, so Schwerhoff. Abschließend betonte er, dass es künftig eher um die Ökosystemleistungen des Waldes gehe, als um dessen Nutzungsfunktion.

Erholungsfaktor
„Alles in allem sind wir dennoch in Sachen Wald gut aufgestellt“, stellt Pape fest. Neben dem Wirtschaftsfaktor spiele insbesondere der Erholungsfaktor eine große Rolle. „Auch das typische Westerwälder Landschaftsbild gilt es zu erhalten“, so der Bürgermeister. Der Wald diene schließlich auch dem Erhalt der Tier- und Pflanzenarten und sei Trinkwasserreservoir.

„Die Arbeit in unseren Wäldern wird nachhaltig und behutsam und unter Vereinbarung von Ökonomie und Ökologie, von Bereitstellung von Erholungsraum und Sicherung unseres Landschaftsbildes ausgeführt. Entscheidungen von heute prägen den Wald in den kommenden Jahrzehnten. Hier mit den Forstämtern des Landes regionalspezifische und ausgewogene Lösungen zu finden, das ist die Herausforderung der kommenden Jahre“, ist sich Pape sicher.


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