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Eine abenteuerliche Zeit PDF Drucken E-Mail

Mauerfall und Wiedervereinigung waren Thema einer sehr gut besuchten
Veranstaltung mit Buchvorstellung in der Westerburger Stadthalle. 
 

Vor zwei Jahrzehnten fiel die Mauer zwischen West- und Ostdeutschland. Während sich
Zeitzeugen gerne an die denkwürdigen Tage und Wochen vor und nach der Wende
erinnern, kommen viele Jugendliche mit diesem Thema selten in Berührung.

Nicht zuletzt aus diesem Grund hatte Stadtbürgermeister Ralf Seekatz jetzt zu einer
besonderen Diskussionsrunde in die Westerburger Stadthalle eingeladen.
Ideengeber für diese Veranstaltung war der Kölbinger Autor Christoph Kloft, der
gemeinsam mit der früheren Bundestagsabgeordneten Petra Heß die Anthologie «Der
Mauerfall. 20 Jahre danach...» herausgegeben hat. Im Mittelpunkt der
Gesprächsrunde stand neben der Präsentation des Buches, welches 40 individuellen
Texte von namhaften Persönlichkeiten enthält, die Erlebnisse von Prof. Dr.
Bernhard Vogel, der mit Eifer seine kleinen Geschichtchen zum Besten gab. Zu Fuß
durch Thüringen Neugierig stellten acht Schülerinnen und Schüler der
Geschwister-Scholl-Realschule und vom Konrad-Adenauer-Gymnasium in Westerburg
dem prominenten Ehrengast ihre Fragen, die dieser gerne und ausführlich
beantwortete. Querbeet schilderte er seine persönlichen Erlebnisse und
Eindrücke, die er sowohl vor dem Mauerfall als auch in seiner Zeit als
Ministerpräsident von Thüringen sammelte. So habe er von 1992 bis 2003 dort 600
Kilometer zu Fuß erwandert. «Ich habe danach Thüringen besser gekannt als
Rheinland-Pfalz», gab Vogel, der von 1976 bis 1988 auch Ministerpräsident von
Rheinland-Pfalz war, schließlich lachend zu. Die Zeit im Osten sei
«abenteuerlich» gewesen und dies nicht nur, weil er «morgens um 6 Uhr auf eine
Anhöhe fahren musste, um zu telefonieren». Den anwesenden Jugendlichen gab er
den Rat: «Glaubt daran, dass Probleme lösbar sind. Aber die Ärmel hochkrempeln,
das müsst ihr schon!» Dass es sich lohnt, sich mit dieser Zeit zu beschäftigen,
dies wurde schon in der Einführung durch Stadtbürgermeister Ralf Seekatz
deutlich, der mit einem Textbeitrag von Udo Lindenberg die zahlreichen Besucher
amüsierte. Seekatz dankte der Firma Linden Immobilien aus Westerburg-Sainscheid,
die die Veranstaltung als Sponsor unterstützte. In seiner Begrüßungsrede sprach
er vor allem Prof. Dr. Bernhard Vogel ein herzliches Willkommen aus. Der
Ministerpräsident a.D. war in früheren Zeiten bereits öfters in Westerburg zu
Gast gewesen. Und wie Bernhard Vogel später selbst bekundete, «man kann nur
sagen ,allemol‘». Bilderausstellung Prof. Dr. Johannes Roskothen, der mit seinen
Erinnerungen ebenfalls die Anthologie bereicherte, hatte die ehrenvolle Aufgabe,
das Vorwort von Bundestagspräsident Norbert Lammert zu verlesen. In seinem
Schlusswort nutzte Autor Christoph Kloft die Gelegenheit, sich neben Vogel und
Roskothen auch bei Susanne Beckenkamp, Dr. Uli Jungbluth, Gabriele Keiser und
Thomas Krämer, den übrigen rheinland-pfälzischen Teilnehmern der Anthologie, für
ihr Kommen zu bedanken. Bereichert wurde die Veranstaltung durch eine
Bilderausstellung der beiden Künstler Theresia Müller-Kunz aus Langenhahn und
Gert Weber aus Gräfenhain, die sich in ihren Werken mit dem Thema Mauerfall und
Diktatur beschäftigten. upr.

Prof. Dr. Bernhard Vogel, Ministerpräsident a.D. (links) stellte sich in der
Westerburger Stadthalle den Fragen interessierter Schüler. Foto: Preis .

Nassauische Neue Presse - 13.03.2010