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150 Jahre Evangelischer Kirchenchor Westerburg PDF Drucken E-Mail

thumb_Wbg.KirchenchorEv01062012Jubiläum wird mit einem Festgottesdienst gefeiert

Im Jahre 1862 versammelte der damals in der evangelischen Kirchengemeinde Westerburg tätige Pfarrer Karl Ninck junge Männer um sich, mit der Absicht durch mehrstimmigen Chorgesang den Gottesdienst zu verschönern.

 

Jetzt kann der mittlerweile gemischte Chor auf 150 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. In diesem Jahr feiert der Evangelische Kirchenchor Westerburg sein 150-jähriges Bestehen. Diesen besonderen Geburtstag nimmt der Verein zum Anlass, am Sonntag, den 24. Juni, ab 10 Uhr zum großen Festgottesdienst in die Schlosskirche Westerburg einzuladen.

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Für einen schönen musikalischen Rahmen sorgen neben den Jubilaren auch der Katholische Kirchenchor Westerburg, der Jugendchor „die Kirchenmäuse“, die Evangelischen Kirchenchöre aus den Nachbargemeinden Gemünden und Willmenrod sowie Dorothea Uibel an der Orgel. Im Jahre 1862 versammelte der damals in der evangelischen Kirchengemeinde Westerburg tätige Pfarrer Karl Ninck junge Männer um sich, mit der Absicht durch mehrstimmigen Chorgesang den Gottesdienst zu verschönern. Einige Zeit später kamen junge Frauen hinzu und der Chorgesang wurde noch vielfältiger. Mit Beginn des 2. Weltkrieges gingen die Aktivitäten kontinuierlich zurück, bis dass sie vollständig zum erliegen kamen. Direkt nach dem Krieg, der große Lücken in der Westerburger Bevölkerung und auch in der Reihen des Chores gerissen hatte, begann wieder eine intensive Chorarbeit. Leider gingen bei den Bombenangriffen auf Westerburg das gesamte Notenmaterial, sowie alle anderen Unterlagen verloren. Nur mühsam gelang es, wieder an Noten heran zu kommen. In der Nachkriegszeit waren andere Dinge notwendig. Es wurde erzählt, dass die Chormitglieder Brennmaterial mitbringen mussten, um das Übungslokal zu heizen. Dank der Initiative des langjährigen Vorsitzenden Ewald Wüst ging es langsam und stetig bergauf, Im Jahre 1945 übernahm Friedel Schweitzer die Funktion des Chorleiters. Er war als Lehrer in Gemünden und Westerburg tätig und damals noch keine 18 Jahre alt. Auch er hat großen Verdienst an der Aufwärtsentwicklung des Chores, den er 40 Jahre leitete. Anfangs füllten noch 60 - 70 Sängerinnen und Sänger die Reihen. „In der Beziehung blicken wir heute etwas neidisch auf diese Zeit zurück“, äußert sich der Vereinsvorsitzende Dieter Kaiser im Jubiläumsjahr. Gerne erinnert man sich an die jährlich stattfinden Familienabende zurück. In früheren Jahren stand das Theaterspiel ganz hoch im Kurs. Zahlreiche Fotos zeugen von den gemeinsamen Ausflüge in die nähere Umgebung und später auch in die Ferne. Unvergesslich ist bis heute die Fahrt ins Fichtelgebirge. Dort wurde vor mehr als 30 Jahren die Tanzgruppe des Kirchenchores gegründet. Der Tanzkreis, wie er sich nennt, ist noch heute sehr aktiv. Er wird seit Anbeginn von Christine Klein, einem engagierten Chormitglied, geleitet. Ein großes Erlebnis war die Feier des 100-jährigen Jubiläums mit der Verleihung der Zelterplakette. Gemeinsam mit der Stadtkapelle wurde für Gesang und Blasmusik gesorgt. Ein großer Festumzug sowie ein Freundschaftsspielen und – singen rundeten das Programm ab. Der ökumenische Gedanke hat seinen Platz im Chor, schließlich sind einige Mitglieder katholisch. „Auch die Zusammenarbeit mit dem Katholischen Kirchenchor funktioniert sehr gut“, freut sich Kaiser über das gute Miteinander. So werde bei verschiedenen Gottesdiensten und öffentlichen Veranstaltungen auch gemeinsam gesungen. Mit zunehmenden Wohlstand bekam der Chor immer größere Schwierigkeiten, seine Reihen zu füllen. Immer weniger Menschen waren und sind bereit im Kirchenchor zu singen. Man möchte sich nicht binden, man ist nicht mehr bereit zum Dienst in der Gemeinde. Jeder ist auf sich fixiert und stellt seine persönlichen Dinge in den Vordergrund. Gemeinschaft in einem Chor ist nicht mehr gefragt, gibt der Vereinsvorsitzende zu bedenken. Deshalb sei der Vorstand froh und dankbar, dass es noch die "Alten" gibt, die mit über 80 Lebensjahren regelmäßig donnerstags zur Chorstunde kommen. Einige der Chormitglieder sind schon mehr als 60 Jahre im Kirchenchor. Sie sind das Gerüst, um das sich der Chor rankt. Sie sind Vorbild und gleichzeitig auch Ansporn für die Anderen. Mathias Donath, der seit vier Jahren den Chor leitet, gestaltet die Chorstunde so abwechslungsreich, dass es für alle Sängerinnen und Sänger stets eine Freude ist, im Pfarrer Ninck Haus zusammen zu kommen. „Hoffen wir, dass dem Chor noch viele Jahre geschenkt werden. Hoffen wir, dass wir noch lange Dienst in der Gemeinde tun können. Möge unser 150-jähriges Jubiläum den einen oder anderen ermutigen, den Schritt zu wagen, um Mitglied des Kirchenchores zu werden“, formuliert Dieter Kaiser seine Wünsche zum Festtag.

(Text und Foto: Ulrike Preis)