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Burgmannenhaus soll saniert werden PDF Drucken E-Mail

BurgmannenhausHauptausschuss wird sich mit der Auftragsvergabe zur Sanierung befassen  

Für die Sanierung des Burgmannenhauses wird es aus dem Bund-/Länderprogramm „Historische Stadtbereiche“ einen Zuschuss in Höhe von rund 675 000 Euro geben. Die förderrechtliche Anerkennung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion aus Koblenz (ADD) liegt nun vor, so der Landtagsabgeordnete und Stadtbürgermeister von Westerburg, Ralf Seekatz.

Die Sanierung wird etwa ein Jahr dauern. Insgesamt wurden circa 900 000 Euro als zuwendungsfähige Kosten anerkannt. Voraussichtlich wird sich auch die Denkmalpflege mit 120 000 Euro an der Maßnahme beteiligen. Eine konkrete Zusage der Generaldirektion Kulturelles Erbe liegt jedoch noch nicht vor. Entsprechende Voruntersuchungen an dem historischen Gebäude, einem Wahrzeichen der Stadt Westerburg, waren von einem Architekturbüro aus Limburg vorgenommen und dem Haupt-, Bau- und Finanzausschuss vorgestellt worden (die WZ berichtete). Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert war zuletzt in den 1980er-Jahren generalsaniert worden.

Burgmannenhaus

Um die Fassade entsprechend den Denkmalrichtlinien weiter zu erhalten, ist es nunmehr laut Architekt Thomas Schäfer (Westerburg) dringend erforderlich, eine fachgerechte Sanierung durchzuführen. Die faulen Balken sollen nunmehr durch alte, intakte Balken ersetzt werden; sämtliche Gefächer werden mit Lehmziegeln ausgemauert. Alle Fenster und Türen sollen instand gesetzt oder erneuert werden.  

Die Westerburger Vereine, die die Räume des Burgmannenhauses nutzten, und auch das Standesamt, wurden bereits anderweitig untergebracht, informierte Ralf Seekatz. In der nächsten Sitzung des Hauptausschusses sollen bereits die ersten Auftragsvergaben erfolgen. „Wir werden peinlich genau darauf achten, dass nur Fachfirmen mit einer entsprechenden Bauerfahrung für denkmalgeschützte Häuser beauftragt werden“, machte Architekt Thomas Schäfer deutlich. Auf seinen Vorschlag hin wurde auch bereits ein Fachausschuss aus allen Fraktionen des Stadtrates gewählt, der sich regelmäßig mit dem Architekten auf der Baustelle treffen soll. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass alle politischen Entscheidungsträger ständig auf dem Laufenden gehalten werden und auch regelmäßig eine Kostenkontrolle stattfindet, so der Stadtbürgermeister abschließend.  

 

Architekt Thomas Schäfer: Verfahren war ein grober Fehler

Auch wenn das Burgmannenhaus rein äußerlich zunächst den Eindruck vermittelt, dass nur etwas Farbe fehlt, so musste dennoch festgestellt werden, dass an vielen Fachwerkbalken erhebliche Fäulnis eingesetzt hat. Diese Fäulnis, so wird vermutet, ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Gefächer seinerzeit mit Gasbeton mit Hinterlüftung und Dämmung ausgeführt wurden. „Aus heutiger Sicht wissen die Fachleute, dass es ein grober Fehler war, diese Konstruktion als Wandaufbau zu verwenden“, erläuterte Architekt Thomas Schäfer (Westerburg), der bereits eine Vielzahl von Fachwerkhäusern saniert hat. Leider sei dieses Verfahren in den 1980er-Jahren von den Fachleuten empfohlen worden. „Auch von der ADD wurde bestätigt, dass das Burgmannenhaus diesbezüglich kein Einzelfall sei“, so Stadtbürgermeister Seekatz. wez

Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 13. Juni 2013, Seite 23 (0 Views) Redakteur: Michael Wenzel