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Rossmann will sich in Westerburg ansiedeln PDF Drucken E-Mail

SchlossSchlosskirche2013.02Bürgermeister Ralf Seekatz bezieht Position zur städtischen Entwicklungs- und Ansiedlungspolitik

Was die Nichtansiedlung eines Drogeriemarktes an der Peripherie von Westerburg betrifft, warnt Stadtbürgermeister Ralf Seekatz davor, nicht einem Einzelangebot am Stadtrand nachzulaufen, nur weil dies im Augenblick populär erscheine. Im Gespräch mit der Westerwälder Zeitung bezog er Position zu der aktuell geführten Debatte in der städtischen Entwicklungs- und Ansiedlungspolitik.

Es habe sich nicht nur der DM-Markt, sondern mittlerweile auch Rossmann beworben. „Ich bin mir daher sicher, dass wir einen Drogeriemarkt in Westerburg ansiedeln werden“, sagte Seekatz.

Die Entwicklungs- und Ansiedlungspolitik für die Innenstadt wird in Westerburg derzeit heiß diskutiert. Welche Positionen beziehen Sie als Stadtbürgermeister dazu?

Wir stellen fest, dass es immer mehr Leerstände in Geschäften der Innenstadt gibt. Andererseits bestehen Interessen, am Stadtrand geschäftliche Angebote zu entwickeln. Es darf sich aber nicht alles in Westerburg verzetteln. Wir haben sonst schnell eine tote Innenstadt mit einigem Geschäftsleben hier und da am Außenrand.

Wie wollen Sie dem gegensteuern?

Ich verfolge die Konzeption, die lebendige Geschlossenheit der Stadtentwicklung mit neuen geschäftlichen Aktivitäten zu erhalten. So sieht es auch der Stadtrat. Er hat einstimmig beschlossen, für neue Märkte erst nach Möglichkeiten der Innenstadtnähe zu suchen und diese nicht auf die grüne Wiese am Stadtrand zu verlagern. Eine Fraktion hat dann plötzlich ihre Meinung geändert, was ich sehr bedaure.

Die Diskussion hatte sich in Westerburg an der Ansiedlung beziehungsweise Nichtansiedlung eines DM- Drogeriemarktes entzündet. Wie stehen Sie dazu?

Wir werden in Westerburg einen Drogeriemarkt ansiedeln. Es hat sich nicht nur der DM- Markt beworben, sondern nun auch Rossmann. Daher bin ich mir sicher, dass wir einen Drogeriemarkt ansiedeln werden. Wir können aber nicht für Einzelfälle gleich wieder unsere ganze Konzeption fallen lassen. Es gibt noch mehr Vorschläge von interessierten Grundstückseigentümern für Ansiedlungen am Stadtrand. Es geht nicht, dass wir Jedem, der es wünscht, einen solchen Gefallen tun. Die Entscheidung, den großen Rewe-Markt mitten in der Stadt anzusiedeln, ist entwicklungsgerecht und käuferfreundlich. Es laufen weiter Gespräche und Planungen mit möglichen Investoren, die sich in der Nähe des Rewe-Marktes ansiedeln wollen.

Können Sie Namen nennen?

Da sind zum Beispiel Fressnapf, Depot und natürlich eine Drogerie. Es gibt auch Anlieger, die bereit sind, ihre Häuser zu verkaufen, sodass wir hier die Entwicklung sicherstellen können.

Wie soll sich diese Entwicklung vollziehen?

Wir haben, wie auch in anderen Städten, einen Leerstand, der überwiegend auf fehlende Unternehmensnachfolge zurückzuführen ist. Wir sind es unseren Bürgern und auch den verbleibenden Unternehmen schuldig, die Innenstadt zu stärken. Wir bemühen uns dabei auch um Dienstleistungsbetriebe. Die Innenstadt muss weiter attraktiv bleiben. Dies ist auch maßgebend für die Lebens- und Wohnqualität unserer Stadt und ihrem zentralen Versorgungsangebot für Besucher aus dem ganzen Einzugsbereich von Westerburg. Ich kann und darf nicht einem Einzelangebot am Stadtrand nachlaufen, nur weil dies im Augenblick populär erscheint.

Können Sie schon Erfolge in der Konzeption aufzeigen?

Ja. Ein Blumenladen hat sich in der Innenstadt niedergelassen, und für die Parfümerie Ewald wurde auch eine Nachfolgerin gefunden. Im ehemaligen Modehaus Horn wird sich bald schon ein Friseurladen ansiedeln.

Wie stehen Sie den Entwicklungswünschen der Firma Koch, die am Westerburger Stadtrand liegt, gegenüber?

Die Firma Koch ist ein hervorragender und unentbehrlicher geschäftlicher Anziehungspunkt für Westerburg. Jegliche Aufregung dazu ist unbegründet. Ich habe in der vergangenen Woche ein konstruktives Gespräch mit den Inhaberinnen der Firma Koch geführt. Wir sind uns einig, dass für das gesamte Areal Koch gemeinsam ein notwendiger Bebauungsplan aufgestellt werden soll. Hierin soll dann auch geklärt werden, welche Märkte angesiedelt werden, die nicht innenstadtrelevant sind. Der Stadtrat steht positiv zur weiteren Entwicklung der Firma Koch.

Das Gespräch führte Michael Wenzel
Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 13. März 2014, Seite 18