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Stadtrat informierte sich vor Ort über Wald, Forst und Jagd PDF Drucken E-Mail

Besichtigung der drei neuen Windräder

Der Stadtrat Westerburg unternahm eine informative Waldbegehung Um sich vor Ort ein Bild über Wald, Forst und Jagd zu machen, trafen sich kürzlich die Vertreter der Stadt Westerburg mit Revierförster Thomas Schwerhoff und den beiden Jagdpächtern Karl-Gerhard Mohr und Hans-Eberhard Lupp zu einer Waldbegehung.

Zunächst hieß Stadtbürgermeister Ralf Seekatz die Mitglieder des Stadtrats und die beiden Jagdpächter herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt Carlos Merz, Geschäftsführer sowohl der Betreibergesellschaft Windpark Westerburg GmbH & Co KG als auch der Komplementär- und Projektierungsgesellschaft Öko-Aktiv Beteiligungs GmbH. Dieser lud an diesem Tag die Teilnehmer ein, das Innere eines der drei Windräder zu besichtigen. Merz berichtete, dass es in den ersten Monaten eine Reihe technischer Störungen gab, bis alle Parameter der Anlagen auf den Windstandort Roter Kopf hin optimiert werden konnten. Seit dem Frühjahr laufen die Anlagen technisch sehr zuverlässig. Man sei zuversichtlich, die prognostizierten Winderträge erreichen zu können. Durchschnittlich lagen die Windgeschwindigkeiten im ersten Halbjahr 2015 am Standort Roter Kopf bei 6,2 bis 6,3 m/s. Anhand der Online-Betriebsdaten-Überwachung erläuterte Merz den Anwesenden die Kennzahlen für die drei Anlagen, wie beispielsweise die Abhängigkeit von Windgeschwindigkeit und Leistungskurve der Anlagen, wie negative Einflüsse wie Turbulenzen am Standort  den Ertrag reduzieren oder der Einfluss gegenseitiger Windverschattung innerhalb des Windparks. „Die Nordex 117 ist eine auf den Waldstandort und mittlere Ertragsstandorte ausgerichtete Windkraftanlage“, so Merz. Bei anhaltenden Windgeschwindigkeiten von über 20 m/s. wie beim Sturm Niklas Ende März 2015 würden sich die Anlagen sich selbst abstellen und erst bei niedrigeren Windgeschwindigkeiten wieder anfahren. Sofern die planerischen Voraussetzungen seitens der Stadt Westerburg geschaffen würden, könne der Windpark in der Zukunft um maximal zwei Windkraftanlagen erweitert werden. Grundsätzlich könne die KEVAG, bzw. der Netzbetreiber ENM die Anlagen aus der Ferne steuern und leistungsreduzieren, wenn das Stromnetz überlastet sei, allerdings wäre diese Situation seit Inbetriebnahme noch nicht eingetreten. 

Auch Revierförster Thomas Schwerhoff freute sich über das Interesse an seiner Arbeit. Wie von ihm zu erfahren war, nennt die Stadt Westerburg rund  420 Hektar Wald ihr Eigen. Sein Part war es, die forstlichen Auswirkungen der Windkraftanlagen zu erläutern. Im Vorfeld sei die Feinabstimmung des Standortes für Windkraftanlagen wichtig. Günstig wäre es, Windwurfflächen zu nutzen oder auch Jungbestände, dort wo noch keine Einnahmen zu erwarten sind. „Im Gegenzug werden andere Waldbereiche aus der Bewirtschaftung genommen, die wiederum für den Naturschutz von hohem Belang sind“, so Schwerhoff. Wie Stadtbürgermeister Ralf Seekatz ergänzte, seien zwei der bisher drei Windräder auf Windwurfflächen errichtet worden. Zufrieden mit dem gewählten Standort zeigten sich auch die Jagdpächter, die nichts Negatives zu berichten hatten.

Von den Windkraftanlagen ging der Waldbegang weiter über den Westerwaldsteig über Kölbingen zurück nach Westerburg.