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Alte Dorfschelle bekommt in Wengenroth einen Ehrenplatz PDF Drucken E-Mail

Wengenroth Schelle 02 2016.01 v1Dank galt Helmut Wüst und Dietmar Seekatz

Bis etwa in die 1970er Jahren hinein ging in den Ortsgemeinden noch regelmäßig der Schellenmann durch die Straßen und verkündete als Ausrufer amtliche Bekanntmachungen und aktuelle Ereignisse. Um auf sich aufmerksam zu machen, hatte er eine große Eisen-Schelle dabei, mit der er vor seiner Ansprache die Bürger anlockte. So auch im Westerburger Stadtteil Wengenroth.

Die alte Dorfschelle aus Wengenroth bekam dieser Tage im Dorfgemeinschaftshaus einen Ehrenplatz. Hierfür setzte sich Helmut Wüst aus Wengenroth ein.
Helmut Wüst ist ein „Wengenrother mit Leib und Seele“. Seinerzeit engagierte er sich auch dafür, dass der Spielplatz nach dem ehemaligen Dorflehrer zum Wilhelm-Hemming-Platz ernannt wurde und einen Gedenkstein bekam.
Diesmal lag ihm die alte Dorfschelle, die rund 100 Jahre alt ist, am Herzen. Da diese nicht mehr auffindbar war, machte er sich auf die Suche und wurde schließlich auch fündig.

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Stadtbürgermeister Seekatz dankte Helmut Wüst und Dietmar Seekatz

So meldete er sich bei Stadtbürgermeister Ralf Seekatz und berichtete von seinen Recherchen. „Die Schelle ist damals irgendwie nach Westerburg gekommen. Die müsste eigentlich bei Euch sein“, erkundigte sich Wüst beim Bürgermeister. Seekatz schaute daraufhin im Sitzungssaal nach und siehe da: es war die Schelle von Wengenroth! „Dann nimm sie mit“, antwortete Seekatz ganz unkompliziert. „…wenn sie in Wengenroth einen Ehrenplatz erhält…“.
„Wenn die Schelle aus Wengenroth stammt, dann muss sie auch wieder zurück. Wir brauchen eigentlich keine, da sich bei unseren Sitzungen alle Ratsmitglieder ordentlich benehmen“, scherzte Seekatz.

Die Original-Stadtschelle von Westerburg ist übrigens auch wieder aufgetaucht. Friedel Fuckert war es, der das gute Stück vor gut einem Jahr an Stadtbürgermeister Seekatz übergab. Fuckert hatte die Schelle seinerzeit in einem Westerburger Haushalt im Tausch gegen den Einbau einer Badezimmerlampe erhalten.

Eine weitere schöne Erinnerung an die „guten alten Zeiten“ ist auch der Kompass, der ebenfalls wieder auftauchte. Auch dieser gehörte früher zur Wengenrother Ausrüstung.
Diese beiden „Schätze“, die die Wengenrother Vorfahren hinterlassen haben, sollen jetzt im Dorfgemeinschaftshaus ausgestellt werden.    
Stadtbürgermeister Ralf Seekatz dankte Helmut Wüst für seinen Einsatz. „Solche historischen Gegenstände müssen für die Nachwelt erhalten bleiben“, hob Seekatz hervor. Sein Dank galt auch Schreinermeister Dietmar Seekatz aus Willmenrod, der für die „Ausstellungsstücke“ einen kleinen Hängeschrank anfertigte und diesen spendete.